
Nehmer-Qualitäten gezeigt
Noch vier Spiele waren es, inklusive der heutigen Partie gegen Viktoria Köln, die für unseren FC Energie noch bis zur Winterpause auf der Drittliga-Agenda standen. Drei davon im heimischen LEAG Energie Stadion, welches an diesem Samstagnachmittag leider nur mit 8.628 Zuschauer gefüllt war. Die Anwesenden erlebten ein nervenaufreibendes Spiel, so dass eventuell der eine oder andere seine Entscheidung nicht zu kommen, bereut hat. Aufstellungstechnisch veränderte Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz seine Mannschaft im Vergleich zum Auswärtserfolg in Essen lediglich auf einer Position, denn Jannis Boziaris begann für Justin Butler.
Unter Protest beider Fanlager ging es in die ersten zwölf Spielminuten ungewohnt leise und so konnte man eindrucksvoll sehen und fühlen, wie Fußball keinen Spaß macht. Deshalb sollten sich die Innenminister mit Maß und Weitsicht im Sinne unseres Sports beraten. So viel zum Politischen, nun zum Sport. Auf dem Feld war allerdings ähnlich wie auf den Rängen in den Anfangsminuten nicht wirklich viel los. Beide Teams waren um Spielkontrolle und sichere Defensive bemüht und gingen zunächst wenig Risiko im Spiel nach vorne ein. Nur Sekunden bevor die Fans lautstark die stimmungsvolle Begleitung aufnahmen, hatte Dominik Pelivan nach einem Eckball plötzlich die Kopfballmöglichkeit, doch das Leder trudelte am Pfosten vorbei (12.). Nun wurde es vom Drumherum ein Fußballspiel, aber auf dem Feld blieb es durchaus unruhig und „zerfahren“.
Dann flog eine Flanke in den Strafraum und Otto ging nach einem Kontakt mit Moritz Hannemann zu Boden. Es gab Strafstoß, den man nicht zwingend geben muss. Lobinger verwandelte diesen zum 0:1 (24.). Auch auf der anderen Seite gab Elfmeter, als Hannemann von „Dudu“ gelegt wurde. Tolcay Cigerci trat an und hämmerte das Ding an den Pfosten, von wo aus der Ball leider heraussprang (33.). Irgendwann musst es wohl einmal passieren, dass "Mister Zuverlässig" einmal nicht trifft. Er traf allerdings auch nicht mit seinem Schlenzer, der nur knapp am Tor vorbeistrich (36.) Aber jetzt wurde der FC Energie immer besser und hatte Möglichkeiten. Die Gäste, insbesondere kurz vor dem Halbzeitpfiff, allerdings auch. Marius Funk durfte oder vielmehr musste sich noch zweimal auszeichnen.
Nach dem Seitenwechsel waren nun Nyamekye Awortwie-Grant und Merveille Biankadi für den verletzten King Manu und Jannis Boziaris im Spiel. Merveille Biankadi hatte nach nur wenigen Sekunden die erste gute Aktion für sich verbuchen können, doch sein Flachschuss verfehlte das Ziel um Zentimeter (46.). Auch Simon Straudi mit einem starken Abschluss. Eckball (50.). Als Tolcay Cigerci von der Strafraumgrenze abzog und „Dudu“ den Ball nicht festhalten konnte, hielt der Kölner Florian Engelhardt Moritz Hannemann am Trikot, so dass er nicht den Ball ins Tor befördern konnte. Schiedsrichter Schulz bewertete dies als Vereitelung einer Torchance, zeigte die rote Karte und auf den Punkt. Ein harte Entscheidung. Tolcay Cigerci zweifelte nicht und trat erneut an. Dieses Mal verwandelte er in gewohnter Art und Weise zum nun verdienten 1:1-Ausgleich.
Die Freude darüber währte leider nur kurz, denn nach einem Eckball stieg Kloss am Höchsten und köpfte die Gäste erneut in Führung. Das 1:2 (61.). Timmy Thiele und Justin Butler kamen rein und es dauerte nicht lange bis zum Tor. Erik Engelhardt setzte sich im "Eins gegen Eins" richtig stark durch und schlenzte den Ball perfekt ins lange Eck zum 2:2 (71.). Nun war hier alles offen, das Stadion kochte. Der FC Energie hatte Möglichkeiten durch Timmy Thiele (76.), Axel Borgmann (78.) und Nyamekye Awortwie-Grant per Kopf(79.).
Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, die personelle Überzahl des FC Energie war nicht zu spüren, aber der Wille, dieses Spiel noch für sich zu entscheiden, der war sowas von vorhanden. Allerdings zugegebenermaßen auf beiden Seiten. Tim Campulka hatte zusehends muskuläre Probleme, doch ein Wechsel war eigentlich nicht vorgesehen. Andy Lucoqui musste ihn in der 84. Spielminute ersetzen und gerade einmal 30 Sekunden auf dem Feld wurde der unverhoffte „Joker“ zum Matchwinner. Der Ball kam von Tolcay Cigerci quer durch den 16er, Merveille Biankadi blieb weg und Lucoqui traf überlegt zum 3:2. Bis zum Ende rannte die Viktoria an und hatte auch noch aussichtsreiche Aktionen, die nicht den Weg in unser Tor fanden. Nach sieben Minuten Nachspielzeit ertönte dann endlich der Schlusspfiff und so stand ein sicher etwas glücklicher Sieg am Ende auf dem Arbeitszeugnis unserer Jungs.
Der FC Energie zeigte jedoch bei zwei Rückständen echte Nehmer-Qualitäten, kam mit Mut und Moral immer wieder zurück und verdient sich den Sieg dann doch. Nun freuen #WIR uns auf das absolute Topspiel „Zweiter gegen Erster“ am kommenden Nikolaus-Tag um 14:00 Uhr. Pro 15.000 gegen den Tabellenführer aus Duisburg. Eintrittskarten gibt es unter tickets.fcenergie.de.
| TW | 33 | Marius Funk |
| AW | 44 | Simon Straudi |
| AW | 2 | King Manu |
| AW | 4 | Tim Campulka |
| AW | 21 | Leon Guwara |
| MI | 5 | Dominik Pelivan |
| MI | 20 | Axel Borgmann |
| ST | 11 | Moritz Hannemann |
| MI | 10 | Tolcay Cigerci |
| ST | 18 | Erik Engelhardt |
| MI | 19 | Jannis Boziaris |
| TW | 1 | Eduardo Dos Santos Haesler |
| AW | 19 | Meiko Sponsel |
| AW | 2 | Lars Dietz |
| AW | 18 | Tim Kloss |
| AW | 21 | Lucas Mika Wolf |
| MI | 8 | Florian Engelhardt |
| MI | 10 | David Otto |
| MI | 5 | Leonhard Münst |
| MI | 7 | Simon Handle |
| ST | 30 | Yannik Aime Tonye |
| ST | 9 | Lex Tyler Lobinger |
| TW | 1 | Alexander Sebald |
| AW | 23 | Nyamekye Awortwie-Grant |
| AW | 24 | Anderson Lucoqui |
| AW | 27 | Dennis Slamar |
| MI | 8 | Lukas Micheklbrink |
| MI | 32 | Finn Heidrich |
| MI | 37 | Merveille Bainkadi |
| ST | 7 | Timmy Thiele |
| ST | 31 | Justin Butler |
| TW | 12 | David Wyciok |
| AW | 39 | Felix Christoph Albers |
| AW | 41 | Soichiro Kozuki |
| MI | 6 | Tobias Eisenhuth |
| MI | 14 | Raphael Ott |
| ST | 11 | Robin Velasco |
| ST | 23 | Benjamin Zank |
| ST | 29 | Leander Popp |