
Kampf, Einsatz, Wille, "Elferkiller" und Sahnetor
Es war mal wieder soweit: DFB-Pokal bei uns in der Lausitz und zu Gast war mit Hannover 96 ein Top-Zweitligist, der auch genau so in die neue Saison gestartet ist. Erinnerungen an 1997 wurden natürlich wach und so fanden sich 18.659 Zuschauer im LEAG Energie Stadion ein, um diesem Erstrunden-Duell des Pokalwettbewerbs 2025/26 beizuwohnen. Und es sollte ein denkwürdiger Abend werden.
Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz sah keinen Anlass an seiner Anfangsformation etwas zu verändern, doch es musste dennoch getauscht werden. Elias Bethke blieb beim Warmmachen im Rasen hängen und verletzte sich so schwer, dass er nicht antreten konnte. Alles deutet auf einen Muskelfaserriss aus. Alexander Sebald sprang ein und Max Böhnke rückte kurzfristig in den Kader. Nach einer sehenswerten Choreografie in Schwarz und Gold auf der Nordwand ging es dann auch los. Nachdem der FC Energie in den ersten fünf Minuten sogar etwas mehr Druck ausüben konnte, hatte Hannover mit einem Kopfball eine erste gute Möglichkeit, die Alexander Sebald mit Bravour parierte. Es war zudem Abseits, dennoch stark gehalten!
Hinten machte das der FC Energie richtig gut, warf sich in die Zweikämpfe und versuchte stets schnell nach vorne zu gelangen. In einer solchen Situation setzte sich Erik Engelhardt stark durch, blieb gegen den Hannoveraner Verteidiger stabil und legte rüber auf die rechte Seite, wo Tolcay Cigerci das Leder aus spitzem Winkel - mit Unterstützung der Unterlatte - ins Tor zur 1:0-Führung bugsierte. Ein Sahnetor (12.).! Und dieses brachte das Stadion natürlich zum Kochen und die Rot-Weißen auf dem Rasen, machten das bislang richtig stark, agierten mutig und mit Überzeugung. Im Nachgang eines Einwurf kam der 96er Angreifer Pichler aus der Drehung zum Abschluss, aber fand in Alexander Sebald seinen Meister (23.).
Auf der anderen Seite setzte Justin Butler den 96-Keeper laufstark unter Druck und dieser schoss ihn direkt an. Leider war in der Mitte keine Energie-Kollege zur Stelle, der hätte verwerten können (31.). Dennoch war immer wieder Druck auf die Hannoveraner Hintermannschaft da. Und was war dann? Elfmeter für Hannover 96 nachdem Dominik Pelivan vermeintlich gefoult hat. Trotz aller Diskussionen blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung. Boris Tomiak trat gegen Alexander Sebald an und der "Elferkiller" hatte die Ecke, tauchte ab und parierte (42.). Kurz darauf war Halbzeitpause.
Die Gäste veränderten etwas und brachten Yokota und Oudenne ins Spiel, der FC Energie agierte wie gehabt. Man merkte dem Zweitligisten nun sichtbar an, dass sie nach der Halbzeitansprache zielstrebiger und aktiver wurden. In wirkliche Tormöglichkeiten münzte sich diese Aktivität allerdings noch nicht um. Das Gefährlichste war nach knapp einer Stunde ein Freistoß von Leopold, der gut einen Meter neben dem Pfosten landete. Dann zeigte der starke Aseko Nkili all seine Klasse, überlupfte erst Axel Borgmann im Strafraum und zog dann ab. Aber wieder Alexander Sebald in höchster Not zur Stelle (63.). In ähnlich höchster Not klärte Nyame Awortwie-Grant auf der Linie und verhinderte ebenfalls den Ausgleich, da wäre Alexander Sebald ohne jede Chance gewesen (73.). Teamwork! Und nun wurde es hitzig und das Stadion kochte sowieso.
Die Schlussphase brach an und die Kräfte beim FC Energie schwanden zusehends. Dennoch hauten sich alle Energie-Kicker weiterhin rein - einer für den anderen. Die Hannoveraner ihrerseits warfen alles nach vorne und hatten nicht gerade wenige Chancen, um auszugleichen. Als dem bis dato klaren „Man of the Match“: Alexander Sebald, plötzlich ein Ball durchrutschte, stand es dennoch nicht 1:1. Der Schütze der 96er stand im Abseits. Das war wohl das endgültige Signal dafür, was heute einfach mal dran gewesen sein musste. Auch die sechsminütige Nachspielzeit überstanden unsere Jungs und am Ende durften wir nach 14 Jahren endlich mal wieder über das Erreichen der zweiten DFB-Pokalrunde jubeln. In diesem Spiel war alles dabei: Kampf, Wille, Einsatz sowie ein Traumtor und ein echter "Elferkiller", der eigentlich gar nicht gespielt hätte. Diese Geschichten schreibt der Fußball.
| TW | 1 | Alexander Sebald |
| AW | 3 | Henry Rorig |
| AW | 4 | Tim Campulka |
| AW | 23 | Nyamekye Awortwie-Grant |
| AW | 21 | Leon Guwara |
| MI | 5 | Dominik Pelivan |
| MI | 20 | Axel Borgmann |
| MI | 6 | Jonas Hofmann |
| MI | 10 | Tolcay Cigerci |
| ST | 18 | Erik Engelhardt |
| ST | 31 | Justin Butler |
| TW | 1 | Nahuel Noll |
| AW | 5 | Virgil Ghita |
| AW | 3 | Boris Tomiak |
| AW | 20 | Ime Okon |
| MI | 33 | Maurice Neubauer |
| MI | 8 | Enzo Leopold |
| MI | 15 | Noel Aseko Nkili |
| MI | 27 | Hayate Matsuda |
| MI | 10 | Jannik Rochelt |
| ST | 14 | Husseyn Chakroun |
| ST | 11 | Benedikt Pichler |
| TW | 30 | Max Böhnke |
| AW | 15 | Dennis Duah |
| MI | 19 | Jannsi Boziaris |
| MI | 17 | Can Moustfa |
| MI | 22 | Theo Ogbidi |
| MI | 36 | Janis Juckel |
| ST | 7 | Timmy Thiele |
| ST | 11 | Moritz Hannemann |
| ST | 25 | Ted Tattermusch |
| TW | 30 | Leo Weinkauf |
| AW | 4 | Hendry Blank |
| MI | 13 | Franz Roggow |
| MI | 17 | Bastian Allgeier |
| MI | 29 | Kolja Oudenne |
| ST | 9 | Benjamin Källmann |
| ST | 16 | Havard Nielsen |
| ST | 18 | Daisuke Yokota |
| ST | 21 | Marius Wörl |