DFB-Pokal
Samstag, 16.08.2025, 18:00 Uhr
LEAG Energie Stadion
Energie Cottbus
1:0
Hannover 96
Schiedsrichter
Felix Prigran
Assistenten
Dr. Jan Clemens Neitzel-Petersen, Micheal Näther
Alexander Sather (vierter Offizieller)
Zuschauer
18.659

Kampf, Einsatz, Wille, "Elferkiller" und Sahnetor

Es war mal wieder soweit: DFB-Pokal bei uns in der Lausitz und zu Gast war mit Hannover 96 ein Top-Zweitligist, der auch genau so in die neue Saison gestartet ist. Erinnerungen an 1997 wurden natürlich wach und so fanden sich 18.659 Zuschauer im LEAG Energie Stadion ein, um diesem Erstrunden-Duell des Pokalwettbewerbs 2025/26 beizuwohnen. Und es sollte ein denkwürdiger Abend werden.

Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz sah keinen Anlass an seiner Anfangsformation etwas zu verändern, doch es musste dennoch getauscht werden. Elias Bethke blieb beim Warmmachen im Rasen hängen und verletzte sich so schwer, dass er nicht antreten konnte. Alles deutet auf einen Muskelfaserriss aus. Alexander Sebald sprang ein und Max Böhnke rückte kurzfristig in den Kader. Nach einer sehenswerten Choreografie in Schwarz und Gold auf der Nordwand ging es dann auch los. Nachdem der FC Energie in den ersten fünf Minuten sogar etwas mehr Druck ausüben konnte, hatte Hannover mit einem Kopfball eine erste gute Möglichkeit, die Alexander Sebald mit Bravour parierte. Es war zudem Abseits, dennoch stark gehalten!

Hinten machte das der FC Energie richtig gut, warf sich in die Zweikämpfe und versuchte stets schnell nach vorne zu gelangen. In einer solchen Situation setzte sich Erik Engelhardt stark durch, blieb gegen den Hannoveraner Verteidiger stabil und legte rüber auf die rechte Seite, wo Tolcay Cigerci das Leder aus spitzem Winkel - mit Unterstützung der Unterlatte - ins Tor zur 1:0-Führung bugsierte. Ein Sahnetor (12.).! Und dieses brachte das Stadion natürlich zum Kochen und die Rot-Weißen auf dem Rasen, machten das bislang richtig stark, agierten mutig und mit Überzeugung. Im Nachgang eines Einwurf kam der 96er Angreifer Pichler aus der Drehung zum Abschluss, aber fand in Alexander Sebald seinen Meister (23.).

Auf der anderen Seite setzte Justin Butler den 96-Keeper laufstark unter Druck und dieser schoss ihn direkt an. Leider war in der Mitte keine Energie-Kollege zur Stelle, der hätte verwerten können (31.). Dennoch war immer wieder Druck auf die Hannoveraner Hintermannschaft da. Und was war dann? Elfmeter für Hannover 96 nachdem Dominik Pelivan vermeintlich gefoult hat. Trotz aller Diskussionen blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung. Boris Tomiak trat gegen Alexander Sebald an und der "Elferkiller" hatte die Ecke, tauchte ab und parierte (42.). Kurz darauf war Halbzeitpause.

Die Gäste veränderten etwas und brachten Yokota und Oudenne ins Spiel, der FC Energie agierte wie gehabt. Man merkte dem Zweitligisten nun sichtbar an, dass sie nach der Halbzeitansprache zielstrebiger und aktiver wurden. In wirkliche Tormöglichkeiten münzte sich diese Aktivität allerdings noch nicht um. Das Gefährlichste war nach knapp einer Stunde ein Freistoß von Leopold, der gut einen Meter neben dem Pfosten landete. Dann zeigte der starke Aseko Nkili all seine Klasse, überlupfte erst Axel Borgmann im Strafraum und zog dann ab. Aber wieder Alexander Sebald in höchster Not zur Stelle (63.). In ähnlich höchster Not klärte Nyame Awortwie-Grant auf der Linie und verhinderte ebenfalls den Ausgleich, da wäre Alexander Sebald ohne jede Chance gewesen (73.). Teamwork! Und nun wurde es hitzig und das Stadion kochte sowieso.

Die Schlussphase brach an und die Kräfte beim FC Energie schwanden zusehends. Dennoch hauten sich alle Energie-Kicker weiterhin rein - einer für den anderen. Die Hannoveraner ihrerseits warfen alles nach vorne und hatten nicht gerade wenige Chancen, um auszugleichen. Als dem bis dato klaren „Man of the Match“: Alexander Sebald, plötzlich ein Ball durchrutschte, stand es dennoch nicht 1:1. Der Schütze der 96er stand im Abseits. Das war wohl das endgültige Signal dafür, was heute einfach mal dran gewesen sein musste. Auch die sechsminütige Nachspielzeit überstanden unsere Jungs und am Ende durften wir nach 14 Jahren endlich mal wieder über das Erreichen der zweiten DFB-Pokalrunde jubeln. In diesem Spiel war alles dabei: Kampf, Wille, Einsatz sowie ein Traumtor und ein echter "Elferkiller", der eigentlich gar nicht gespielt hätte. Diese Geschichten schreibt der Fußball.

Startaufstellung
FC Energie Cottbus
TW 1 Alexander Sebald
AW 3 Henry Rorig
AW 4 Tim Campulka
AW 23 Nyamekye Awortwie-Grant
AW 21 Leon Guwara
MI 5 Dominik Pelivan
MI 20 Axel Borgmann
MI 6 Jonas Hofmann
MI 10 Tolcay Cigerci
ST 18 Erik Engelhardt
ST 31 Justin Butler
Trainer: Claus-Dieter Wollitz
Hannover 96
TW 1 Nahuel Noll
AW 5 Virgil Ghita
AW 3 Boris Tomiak
AW 20 Ime Okon
MI 33 Maurice Neubauer
MI 8 Enzo Leopold
MI 15 Noel Aseko Nkili
MI 27 Hayate Matsuda
MI 10 Jannik Rochelt
ST 14 Husseyn Chakroun
ST 11 Benedikt Pichler
Trainer: Christian Titz
Auswechselbank
FC Energie Cottbus
TW 30 Max Böhnke
AW 15 Dennis Duah
MI 19 Jannsi Boziaris
MI 17 Can Moustfa
MI 22 Theo Ogbidi
MI 36 Janis Juckel
ST 7 Timmy Thiele
ST 11 Moritz Hannemann
ST 25 Ted Tattermusch
Hannover 96
TW 30 Leo Weinkauf
AW 4 Hendry Blank
MI 13 Franz Roggow
MI 17 Bastian Allgeier
MI 29 Kolja Oudenne
ST 9 Benjamin Källmann
ST 16 Havard Nielsen
ST 18 Daisuke Yokota
ST 21 Marius Wörl
Tolcay Cigerci (Rechtsschuss, Erik Engelhardt)
12
27
Gelbe Karte Boris Tomiak
34
Gelbe Karte Ime Okon
46
Daisuke Yokota
Jannik Rochelt
46
Kolja Oudenne
Maurice Neubauer
Jannis Boziaris
Jonas Hofmann
66
Ted Tattermusch
Justin Butler
66
. Tim Campulka
70
70
Paul Källmann
Benedikt Pichler
. Axel Borgmann
75
75
Gelbe Karte Noel Aseko Nkili
Can Moustfa
Erik Engelhardt
77
. Jannis Boziaris
81
. Alexander Sebald
84