Wir müssen alle Sinne schärfen
Der FC Energie reist am Samstag zum VfB Auerbach, um mit einer konzentrierten Leistung möglichst den ersten „Rückrunden-Dreier“ in der Regionalliga Nordost einzufahren. Personell gibt es für Trainer Sebastian Abt, der sich zusammen mit Abwehrspieler Jan Koch den Fragen der Journalisten stellte, einen festen Ausfall und ein großes Fragezeichen.
„Wir haben personell aktuell zwei Dinge zu beklagen. Damir Bektic musste heute das Training abbrechen, wird morgen zum Arzt gehen und für Samstag ausfallen. Robert Müller konnte nach einem Schlag im Training heute nicht trainieren, da sind wir aber zuversichtlich, dass er am Samstag dabei sein kann. Wir müssen auf jeden Fall hellwach sein. Wer jetzt denkt, dass wir einfach da mal so hinfahren und drei, vier Stück schießen… der ist natürlich schief gewickelt! Es wird ein schweres Spiel, wir müssen alle Sinne schärfen. Wir müssen ganz viel Aggressivität ins Spiel bringen und von Anfang an hellwach sein. Ein Selbstläufer wird das auf alle Fälle nicht“, leitet Sebastian Abt ein und ergänzt auf Nachfrage: „Wenn Robert Müller nicht spielen könnte, dann gibt es mehrere Möglichkeiten, wer dort spielen kann. Dominik Pelivan kann Verteidiger spielen, Jonas Zickert auch. Aber wir gehen Stand jetzt davon aus, dass „Mü“ spielen wird. In jedem Fall ist es so, dass der Kader gute Alternativen hergibt.“
Ob das selbstironische Motto „Kühe, Schweine, Auerbach“ der Gastgeber in Sachen Understatement Einfluss auf den FC Energie haben könnte, negierte Abwehrspieler Jan Koch klar: „Nein, ich denke das spielt keine Rolle für uns. Das Ziel für uns ist es, dort drei Punkte zu holen. Der Trainer hat es bereits angedeutet – es ist immer eklig in Auerbach zu spielen. Kleines Stadion und der Platz ist oftmals in keinem so guten Zustand. Sie haben auch sehr gute Spieler in ihrer Mannschaft. Auf solche Sachen drumherum achten wir gar nicht und das beeinflusst uns nicht in unserem Auftreten.“
„Einfacher wird es für die Mannschaft, die sich mehr in die Zweikämpfe haut. Es wird sicherlich nicht so sein, dass wir unser Spiel so aufziehen können, wie wir das wollen. Deshalb ist es wichtig, dass wir von der ersten Minute an diese Zweikämpfe annehmen und körperlich präsent sind. Die werden uns nichts schenken. Aber mit diesen Dingen, kann man auch auf solchen Plätzen Punkte holen und ein gutes Fußballspiel abliefern. Ob das Spiel live im Fernsehen kommt oder nicht, darüber denken wir gar nicht nach“, fuhr Jan Koch auf Nachfrage fort.
Wie die Mannschaft taktisch mit dieser Aufgabe umgehen soll, erklärte der Cheftrainer: „Es ist so, dass Auerbach sicherlich etwas tiefer stehen wird. Sie werden uns mehr kommen lassen, so dass wir mehr Ballbesitz haben werden. Das ändert sich grundlegend im Vergleich zu den vergangenen zwei Spielen. Dennoch wollen wir immer unser Spiel durchbringen, egal gegen wen wir spielen. Von daher ändert sich für unser Spiel an sich nicht so viel. Außer, dass uns der Gegner ein paar andere Aufgaben stellen wird.“
Aufgefallen war den Medienvertretern, dass die FCE-Spieler zuletzt relativ schnell in die Kabine gingen und keinen Mannschaftskreis mehr auf dem Spielfeld machen. Jan Koch begann mit der Erklärung: „Ich denke, dass es für uns alle unbefriedigend war. Wir hatten uns vorgenommen, dass Spiel zu gewinnen. Das hat aber damit nichts zu tun. Unter dem neuen Trainer ist es so, dass wir uns nach dem Spiel alle in der Kabine treffen. Dass nicht jeder Spieler dann noch zehn oder fünfzehn Minute weg ist, da wir dann gemeinsam eine Ansprache halten können. Es ist so, dass wir es jetzt nicht mehr als Kreis auf dem Feld, sondern geschlossen als Mannschaft in der Kabine so machen.“
Sebastian Abt führte es weiter aus: „Vielleicht kann ich das auch noch kurz erklären, warum wir das machen. Vom Ablauf her ist es so, dass der Schiedsrichter abpfeift und wir dann hoffentlich gewonnen haben. Dann können sich alle freuen und dann sollen die Jungs mit den Fans feiern. Wenn man jetzt direkt nach dem Spiel, quasi in der Emotion diesen Kreis bildet, dann ist das manchmal auch schwierig sachlich und frei von Emotionen diese Dinge zu besprechen. Und deswegen möchte ich das ganz gerne so, dass wir uns danach in der Kabine treffen. Jeder hat dann auch ein bisschen Abstand zum Spielgeschehen und kann es ein bisschen nüchterner betrachten. Dann besprechen wir uns, auch kurz den Ablauf der kommenden Woche und haben dann so einen gemeinsamen Punkt, der so ein stückweit unter uns ist.“
Die Leistung von Marc-Philipp Zimmermann, als Top-Torjäger der Liga, ist auch bei Jan Koch nicht unbemerkt geblieben: Seine Toranzahl spricht für sich, er hat schon 17 Tore gemacht. Wir dürfen ihm keinen Raum und keine Möglichkeiten zum Abschluss geben. Er ist auch ein sehr kopfballstarker Spieler, daher dürfen wir ihm am besten auch bei Flanken nicht zum Kopfball kommen lassen. Wir müssen als Verteidiger einfach schauen, dass wir ihn im 16er isolieren.“

