Wir fühlen uns gut vorbereitet
Der FC Energie empfängt am Sonntag den Tabellensiebenten Viktoria Berlin. Personell kann Trainer Sebastian Abt, fernab der Langzeitverletzten, weiterhin aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Niclas Erlbeck muss aufgrund der fünften gelben Karte zuschauen. Vor dem Spiel stellten sich Trainer und Kapitän Dimitar Rangelov den Fragen der Journalisten.
„Auch von mir herzlich willkommen. Soweit sind alle Spieler einsatzbereit. Marcel Hoppe hatte gestern einen Schlag abbekommen und musste heute aussetzen. Da schauen wir, ob wir ihn morgen wieder ins Training einbauen können. Ansonsten haben wir komplett trainiert und es war eine intensive Trainingswoche. Wir haben die Intensität jetzt ein wenig runtergefahren, damit wir am Sonntag frisch sind und ein intensives Spiel abliefern können. Ansonsten möchten wir, dass jetzt immer auch ein Spieler in der Pressekonferenz dabei ist. Einfach, weil wir auch den Fokus jetzt mehr auf die Mannschaft und unsere Spieler lenken wollen. Schließlich sind das auch die Protagonisten des Ganzen. Heute ist Mitko da, als Kapitän und erfahrener Spieler. Es kann aber auch mal ein junger Spieler sein, um auch ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich vor der Presse zu präsentieren.“, beginnt Sebastian Abt und ergänzt: „Eine dritte Sache, die ich gerne noch erwähnen möchte. Das ist mir im Laufe der Woche erst so richtig bewusst geworden und ging so ein bisschen in der vergangenen Woche unter. Ich habe mir das Video nochmal angeschaut, mache sonst eigentlich immer den Ton aus. Dieses Mal hatte ich aber den Ton an und da hat man nochmal gemerkt, gerade in der zweiten Halbzeit. Diese Intensität, die von der Tribüne kam und der Mannschaft nochmal zusätzlich Energie gegeben hat. Dafür auch nochmal herzlichen Dank an die Fans. Wir haben dann gemeinsam das Spiel irgendwie gedreht, das war eine gute Sache und ein gemeinsamer Punktgewinn.“
Der Nachfrage, ob diese Neuerungen eine Abkehr vom alten „System Wollitz“ seien erteilte der Trainer eine Abfuhr: „Letztendlich hat das nichts mit Pele zu tun. Es ist für uns einfach der Punkt, dass wir uns fragen: Warum sollen sich nicht auch die Spieler präsentieren dürfen? Dabei haben wir an sich auch die Entwicklung der einzelnen Spieler im Blick.“
„Ich glaube wir müssen, was die erste Halbzeit angeht differenzieren. Fakt ist, dass uns ein Spiel davor gefehlt hat. Wir waren nicht im Rhythmus drin. Dass wir es schwer hatten mit 14 Tagen ohne Wettkampf ins Spiel hineinzufinden, ist dann auch ein stückweit verständlich. Dazu kommt dann ein Gegner – megaintensiv und megaaggressiv! Wir haben dann auch den einen oder anderen Ball nicht genau genug gespielt, so dass es auch Situationen gab, in denen es ein Angriff für uns hätte werden können. Das ist alles erklärbar und ich würde das mit nichts anderem in Verbindung bringen“, zielte eine Frage hinsichtlich der in Liga 3 oftmals schnellen doppelten Gegentore ab. Sie war auch an Dimitar Rangelov gerichtet.
„Es war sehr interessant für uns gegen Lok Leipzig. Im Kreis vor dem Spiel war es die klare Ansage von mir, dass die ersten 20 Minuten entscheidend sein werden. Wir waren vielleicht ein bisschen übermotiviert, wenn man das so sagen kann. Wichtig ist, dass wir gut aus der Situation rausgekommen sind, Charakter gezeigt und zwei Supertore gemacht haben. Schade, dass wir kein drittes Tor mehr gemacht haben. Das ist im Fußball so. Was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, war richtig gut. Wir haben unserem Gegner kaum eine Chance gegeben. Und so stelle ich mir unsere Mannschaft in naher Zukunft vor.“
Wie die stärkste Abwehr der Liga geknackt werden soll, wurde der Kapitän ebenso gefragt: „Ich bin mir sicher, dass wir unsere Chancen bekommen werden. Wir wollen sie ganz ruhig ausspielen und dann auch nutzen. Es ist klar, zu Zeit bekommen wir viele gute Möglichkeiten, kommen aber nicht immer dazu, diese zu Ende zu bringen und reinzuschießen. Ich hoffe, dass die Ruhe unserer jungen Mannschaft noch kommen wird, in den wichtigen Situationen auch die Kaltschnäuzigkeit zu haben. Dieses Spiel wird genau so, wir werden nicht so viele Möglichkeiten haben, aber die, die wir haben wollen wir einfach nutzen.“
Zum Gegner äußerte sich auch Sebastian Abt: „Erstmal verteidigen sie unheimlich gut, das sagen ja auch die Zahlen aus. Sie versuchen verschiedene Spielsituation vor allem auch spielerisch zu lösen. Wir haben sie mehrfach beobachtet, auch vor Ort und haben uns auf Videos vieles angeschaut. Wir fühlen uns da gut vorbereitet, haben es der Mannschaft auch präsentiert und denken schon, dass wir es am Wochenende gut machen werden.“
Ob die Verantwortung als ältester Spieler Spaß oder eher Last sei, beantwortete „Mitko“ eindeutig: Nein, das macht mir Spaß und mich auch glücklich, wenn sie auf mich hören. Wenn ich sehe, dass ich den jüngeren Spielern etwas beibringen kann. Und wenn sie das auf dem Platz umsetzen, dann macht es mich noch glücklicher. Ich möchte die Erfahrung weitergeben. Und ich werde sehr glücklich sein, wenn ich sehe, dass einige meiner jetzigen Mitspieler später in ganz großen Mannschaften spielen werden. Das ist möglich, denn Talent ist da. Wenn das Ganze als Paket zusammenwirkt, dann wird das sehr interessant.“

