21.08.2020 14:44 | Vor dem Auswärtsspiel beim ZFC Meuselwitz

Wieder ein heißer Tanz für uns

Der FC Energie reist am Sonntag zum ZFC Meuselwitz, dem Team, bei dem die Mannschaft im letzten Spiel vor dem Saisonabbruch im März mit einem 1:1 zwei Punkte liegen ließ. Beim Unterfangen eine „offene Rechnung“ zu begleichen, muss Trainer Sebastian Abt verletzungsbedingt weiterhin auf Tobias Hasse, Iven Löffler und Tobias Eisenhuth verzichten, Florian Brügmann ist gelb-rot gesperrt. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit ist bei den Thüringern ein „Heißer Tanz“ zu erwarten.

„Bei Matthias Rahn ist es so, dass er jetzt den dritten und vierten Trainingstag dabei ist. Er hat natürlich auch nicht die Vorbereitung mitgemacht. Im Kader wird er auf jeden Fall sein, aber ob es jetzt schon fürs Spiel reicht, das müssen wir dann morgen entscheiden. Das müssen wir auch verantwortungsvoll entscheiden, da werden wir auch im Dialog mit ihm sein“, sagte Sebastian Abt auf Nachfrage zum Neuzugang.

Die Sperre von Florian Brügmann macht Änderungen in der Viererkette nötig: „Da gibt es verschiedene Varianten. Sicherlich kann man mit Marcel Hoppe dort spielen, der das auch schon gemacht hat und auf den Außenpositionen flexibel einsetzbar ist. Wir können aber auch etwas anderes machen. Wir haben Spieler wie Niklas Geisler oder Jeremy Postelt, die dann auch in die Mannschaft rücken könnten. Wir werden auch da eine ordentliche Lösung für das Wochenende finden.“

Rückblickend analysierte der Trainer: „Erstmal waren wir alle ein stückweit enttäuscht, da wir uns das natürlich anders vorgestellt hatten. Man sieht an diesem Beispiel aber auch, wie nah Erfolg und Misserfolg – Glück und Unglück beieinander liegen. Eigentlich sind es vier Minuten über die wir hier irgendwie sprechen. Wenn man das Spiel mit 1:0 über die Bühne bringt, dann analysieren wir das auch, aber haben ein Erfolgserlebnis. Klar ist, dass im ersten Spiel nicht immer alles funktioniert. Gerade in der Schlussphase hatte der Gegner nichts zu verlieren, geht Risiko und macht den Ausgleich und hier sogar noch den Siegtreffer. Und bei uns, dann denkt man etwas zu viel nach. Dann wollen die Beine nicht mehr so, wie man es eigentlich möchte. Das ist dann eine Kettenreaktion, die sich hochpotenziert. Wir sind selbstverständlich nicht zufrieden, haben auch darüber gesprochen, warum der Gegner immer wieder das Gefühl hatte: hier geht etwas. Das sind dann vielleicht auch Kleinigkeiten, warum sie dieses Gefühl hatten. Das haben wir alle gemeinsam konstruktiv besprochen und das gilt es jetzt am Sonntag umzusetzen, damit wir die ersten drei Punkte einfahren können.“

„Die Fitness ist kein Punkt für uns, der relevant ist, weil wir auch die Daten sehen. Die Laufleistung war über 110 Kilometer. Wir hatten Spieler dabei, die sind über 12 Kilometer gelaufen. Es geht dann einfach darum, dass wir über den Spielverlauf hinweg auch den einen oder anderen Konter zu viel bekommen haben. Das hat uns dazu gezwungen mehrfach 70 oder 80 Meter hinterherzugehen. In der ersten Halbzeit fällt das dann nicht so auf, zum Spielende mit der mentalen Komponente dann schon“, reagiert Sebastian Abt und zeigte sich anschließend wenig amüsiert beim Thema Wertschätzung: „Die Meuselwitzer sind eine erfahrene Regionalligamannschaft und haben starke Kopfballspieler dabei. Im Zentrum haben sie spielstarke Spieler, sind sehr kompakt und wollen aber auch Fußball spielen. Das wird natürlich wieder ein heißer Tanz für uns. Das ist dann auch immer so eine Sache. Wir charakterisieren immer den Gegner ein stückweit und am Ende des Tages wird dann öffentlich kolportiert, das wäre eine Feierabendmannschaft. Das ist ein Punkt der mich stört. Das ist auch respektlos gegenüber dem Gegner, gegenüber der Liga und auch gegenüber unseren Spielern. Es wird dann immer so gesagt, dass sich die Jungs um halb sieben treffen, zwei Mal zum Training kommen, einen Ball in die Mitte schmeißen und hinten raus vielleicht noch zwei Kästen Bier trinken. Und am Wochenende mal gucken, was passiert. Wir müssen damit auch mal aufhören und aufräumen! Wir spielen in der Regionalliga. Alle Spieler, die in dieser Liga spielen sind regionalligatauglich oder können vielleicht auch teilweise höher spielen. Da hat man auch eine Verantwortung, wie man das öffentliche Meinungsbild darstellt. Ich denke, dass das unseren Gegnern nicht gerecht wird.“

Dann kam auch Felix Brügmann erstmals zu Wort: „Erstmal willkommen, jetzt muss ich erstmal aufwachen, nachdem der Trainer jetzt hier drei Stunden gesprochen hat. Ich denke, dass wir unser Spiel einfach cleverer einteilen müssen. Also Phasen, in denen wir pressen oder eben auch etwas zurückschrauben müssen, um Kräfte zu sparen. Das haben wir in dem Spiel nicht so gut gemacht. Dann ist das dann in der zweiten Halbzeit so, dass wir uns das Leben selber schwer gemacht haben. Es geht um drei Punkte und darum, dass wir oben mitspielen wollen. Dann setzt der Kopf ein, man macht sich Druck und es kam so bisschen eins zum anderen. Und sieht das Spiel dann plötzlich ganz anders aus, obwohl man sich das zu Beginn nicht hätte träumen lassen.“

„Auch nochmal was zum Thema, Feierabendmannschaft oder -fußball allgemein. Die Jungs kommen ja auch irgendwoher, haben eine Ausbildung genossen, ob bei Hertha BSC oder Union usw. - deshalb können die auch alle ein bisschen kicken. Verteidigen kann sowieso jeder. Jedes Spiel beginnt wieder bei 0:0 und da muss man diese Barrikade irgendwie durchbrechen. Das wollen wir am Sonntag ein bisschen cleverer gestalten, damit wir da erfolgreich vom Platz gehen“, legte Brügmann nach.