Vom Talent zum Profi
Leon Schneider ist im Sommer gerade erst 18 Jahre alt geworden, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Drittligakaders von Trainer Claus-Dieter Wollitz und ist ein Beispiel mit Vorbild-Charakter beim FC Energie.
Es kam nicht von ungefähr, dass Claus-Dieter Wollitz den jungen Leon Schneider bereits in der Regionalligasaison 2016/2017 auf dem Zettel hatte. Zunächst im Fördertraining der Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrums gesichtet und später auch zu ausgewählten Einheiten bei der ersten Mannschaft dazu geholt. Ein avisierter Regionalligaeinsatz blieb dem gebürtigen Eisenhüttenstädter Jungen, der im Sommer 2013 nach Cottbus kam, damals aufgrund von Verbandsvorschriften zwar versagt, doch die Worte des Cheftrainers auf einer Presskonferenz waren „Musik in den Ohren“ eines jeden, der sich für den Nachwuchs vom FC Energie interessiert. Claus-Dieter Wollitz sagte damals, dass er überhaupt keine Bedenken hätte diesen Jungen ins buchstäblich „kalte Wasser“ zu werfen. Unterdessen stieg Leon Schneider zusammen mit dem B-Juniorenteam in dieser Spielzeit in die Bundesliga auf und absolvierte im selben Jahr bereits fünf Partien für die U19-Mannschaft in der A-Junioren Bundesliga.
Im Jahr darauf war der 1,84 große Innenverteidiger, der nun bei den A-Junioren zumeist auf der Sechserposition spielte, bereit für die erste Mannschaft. Neben einer Halbzeit in der ersten Runde im AOK-Landespokal, debütierte Leon Schneider im Auswärtsspiel beim VfB Germania Halberstadt (5:0) in der Regionalliga Nordost und durfte auch gegen die Reserve von Hertha BSC (2:0) ein paar Minuten ran. In der aktuellen Drittligasaison hat der Junge mit der Rückennummer 29 in sieben Spielen bereits 431 Minuten absolviert, zudem drei weitere Partien im AOK-Landespokal für die Profimannschaft bestritten. Auch wenn Leon Schneider weiterhin für die A-Junioren spielberechtigt ist und dem Team von Trainer Sebastian Abt im Aufstiegskampf zur Rückkehr in die Bundesliga sicherlich helfen könnte, ist das für den Schüler der Lausitzer Sportschule momentan kein Thema. Leon wird bei den Profis gebraucht, macht seine Sache vor allem richtig gut und kann sich dabei an erfahrenen Profis wie Marc Stein orientieren. Der FCE-Kapitän ist übrigens im Mannschaftshotel vor den Auswärtsspielen zugleich der stetige Zimmerpartner des Youngsters. Diese Erfahrungen in der 3. Liga zu sammeln, in Stadien wie dem Kaiserslauterer „Betzenberg“ oder zuletzt im Rostocker Ostseestadion im Kollektiv solch tadellose Leistungen abzuliefern, sind enorm wichtig für die fußballerische und mentale Entwicklung. Sie sind die Basis für den weiteren Werdegang auf dem Weg „vom Talent zum Profi“ und sollen beispielhaft für jeden Nachwuchsspieler beim FC Energie zeigen, dass insbesondere die aktuelle sportliche Leitung für die Durchlässigkeit nach oben steht.
Dass beim FC Energie auch die schulische Ausbildung von großer Wichtigkeit ist, war in den zurückliegenden Wochen zu sehen. Denn Leon Schneider schrieb vor dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück bis Freitagmittag noch eine Mathe-Klausur und reiste erst danach dem Team hinterher, um am Folgetag gegen den Tabellenführer in der Startelf zu stehen. Trainer Claus-Dieter Wollitz nahm anschließend trotz akuter Personalnot im zentralen Mittelfeld Rücksicht auf die schulischen Pflichten und gönnte dem 18-Jährigen eine Pause, um sich vollends auf die vorweihnachtlichen Klausuren konzentrieren zu können. Pünktlich zum letzten Auswärtsspiel beim F.C. Hansa Rostock begannen die Ferien und somit auch der letzte fußballerische Einsatz für Leon Schneider im Kalenderjahr 2018. Dass im kommenden Jahr noch weitere folgen werden, steht wohl außer Frage.

