02.11.2017 13:33 | Vor dem Spiel beim FSV Wacker Nordhausen

Tiefe und Breite

„Fangen wir mit dem Positiven an: Es sind keine neuen verletzten Spieler dazugekommen. Felix Geisler ist 20 Minuten Fahrrad gefahren und hat bisher keine negativen Reaktionen gezeigt. Bei Benni Förster ist der Stand, nachdem der Gips ab ist sehr gut und Streli Mamba bekommt ein Spritzenkur in Stuttgart. Bei Björn Ziegenbein gibt es weitere Untersuchungen, da er sich eine zweite Meinung erbeten hat. Da steht, ohne dramatisieren zu wollen, eventuell eine schwerere Verletzung im Raum, da er im Knie auch schon vorbelastet ist“, so der „Umriss“ der Personallage durch den Trainer, der Nachfragen zu Streli Mambas Behandlung in Stuttgart mit sich brachte: „Streli ist dort in guten Händen bei einem Arzt seines Vertrauens. Es ist der Mannschaftsarzt der TSG Hoffenheim. Er wird auch die Reha dort unten machen, aber alles in Absprache mit uns.“

Der Blick richtete sich auf den Gegner - den Tabellendritten aus Nordhausen: „Eine sehr kompakte Mannschaft mit hoher Disziplin. Das zeigen auch die sechs Gegentore in 13 Spielen. Wir haben sie vier Mal live beobachtet, ich selbst habe sie beim BFC Dynamo gesehen. Sie sind etwas anders als in der letzten Saison, sind sehr organisiert und haben ein hohe Geschlossenheit. Das zeigt, dass sie eine Mannschaft sind. Wir müssen 90 Minuten richtig Power gehen. Was uns in den letzten Spielen etwas abhandengekommen ist, das brauchen wir jetzt. Wir müssen sehen, dass wir eine gute Kontrolle bekommen, die Zweikämpfe werden entscheidend sein und die Art, ob wir Tiefe und Breite ins Spiel bekommen.“

Beim Wort „Breite“ kam dem Chefcoach ein weiterer Gedanke, der in ihm Fragen aufwarf: „Ich habe heute in einer Sportzeitung von unserer Breite im Kader gelesen. Da frage ich mich schon welche Breite? Wir spielen seit Wochen ohne Stürmer und haben durch die Verletzten keine offensiven Alternativen mehr. Die Spiele sind alle schwer. Jedes Spiel hat andere Voraussetzungen und andere Herangehensweisen, aber schwierig ist das alles. Es ist nicht entscheidend, ob der Tabellenzweite, -dritte oder –sechste auf uns trifft. Die Grundvoraussetzung: gute Organisation, ist doch aktuell überall das Hauptthema. Du brauchst die Basics in jedem Spiel.“

„Ich bin nicht der Trainer, der sagt, dass die anderen keine Pläne haben. Die Mannschaft, die gegen uns spielt hat auch einen Plan. Auch am Wochenende haben bei uns wieder viele Spieler gespielt, die über ein Probetraining zu uns gekommen sind. Auch Spieler, die für alle sichtbar in der Regionalliga gespielt haben und in denen wir mehr sehen. Nehmen wir doch Lasse Schlüter als Beispiel, der war doch in Nordhausen und musste dort in die zweite Mannschaft. Er hätte ja auch dort bleiben können. Er kam über ein Probetraining zu uns und ist für mich aktuell der beste Linksverteidiger der gesamten Liga“, führt Wollitz fort.

„Nichtsdestotrotz sind wir sehr stabil, sehr konstant und arbeiten dafür jedes Spiel hart. Wacker hat ein großes Potenzial, auch finanziell. Mit dem Kader sind sie eigentlich auch der Top-Favorit. Auch der BFC mit seiner Erfahrung - dabei bleibe ich“, legt sich Claus-Dieter Wollitz fest und reagiert auf Nachfragen zur möglichen Aufstellung und dem Kader: „Grundsätzlich sollen bei uns alle können, nicht müssen. Diese Vokabel mag ich nicht. Man merkt auch bei dem einen oder anderen Spieler, dass die zurückliegenden Wochen viel Kraft gekostet haben. Die Böden werden tiefer, die Zahl der Spiele wird mehr. Wir geben all unseren Spielern Möglichkeiten. Papadimitriou zum Beispiel ist besser geworden im Training, auch über einen längeren Zeitraum sehr konstant. Des Weiteren wollen wir immer alle mitnehmen. Zuletzt haben wir Baude gebracht, in Fürstenwalde Max Grundmann. Weil sie es verdient haben mit ihrer Einstellung und Leistung. Wir haben mit Matuwila und Karbstein zwei Spieler auf gleich gutem Niveau, da gibt es Spiele da passt es besser oder eben auch nicht. Gegen Babelsberg war es mit seiner Mentalität die absolut richtige Entscheidung Joe zu bringen. Es hängt manchmal auch vom Gegner ab. Die Möglichkeit, dass Malte Karbstein spielt besteht.“

Abschließend kam erneut das Thema der Regionalligareform auf, was Pele Wollitz kurz und knapp abhandelte: „Ich habe gelesen, dass nun womöglich die Nord- und Nordoststaffel zusammengelegt werden sollen. Da wird dann wieder die einfachste Lösung gewählt werden. Also wieder auf die „Kleinen“ da oben, da wo es ja sowieso nichts gibt. Wieso werden denn eigentlich nicht die Bayernliga, der Westen und Südwesten zu zwei Staffeln zusammengelegt? Das ist doch mal eine Frage, oder?“