31.01.2026 18:00 | Der 3:1 Geburtstags-Erfolg war auch ein Trainer-Jubiläum

Peles 250. Sieg

60 Jahre Energie Cottbus - und es bleibt die Saison der Jubiläen. Nachdem Pele Wollitz im vergangenen Jahr bereits den Vereinsrekord der Trainer mit den meisten Pflichtspielen beim FCE gebrochen hatte, hat er mit dem Sieg im Jubiläumsspiel gegen die TSG Hoffenheim II eine neue spektakuläre Marke gesetzt. Es war Peles 250. Pflichtspielsieg mit dem FC Energie Cottbus. Eine Zahl, die man am besten greifen kann, wenn man sich nochmal die größten Siege zurück ins Gedächtnis holt.

Schon in seiner ersten Saison 2009/10 sammelte Pele Wollitz fleißig Siege. Den ersten von den 250 holte er im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg, wo er mit Emil Jula, Jiayi Shao und Rückkehrer Sergiu Radu einen 3:1-Efolg bei seinem Pflichtspieldebüt auf der Bank feierte. Den ersten Liga-Sieg erreichte Wollitz auch gleich im Heimspieldebüt gegen den FC Augsburg - ebenfalls ein 3:1 zum Zweitliga-Auftakt. Besonders in der Rückrunde, als der Stern eines gewissen Nils Petersen aufgegangen war, wurden die Siege immer spektakulärer. So konnten die Fans in den letzten vier Heimspiel gegen Bielefeld, Düsseldorf, Union Berlin und Ahlen jeweils vier Tore des FCE bejubeln.

Noch erfolgreicher ging es im Spieljahr 2010/11 weiter. Vor allem im DFB-Pokal siegte sich Pele mit seiner Mannschaft durch den Wettbewerb und konnte dabei viele Bundesligisten ausschalten. Ob beim 2:1 gegen den SC Freiburg, beim sensationellen 3:1-Auswärtssieg in Wolfsburg, wo der Trainer einen der eindrucksvollsten Siege seiner Karriere begleitete, oder das 1:0 im Viertelfinale gegen die TSG Hoffenheim - Wollitz führte die Mannschaft überzeugend bis ins Halbfinale des Pokals. Auch in der Liga blieben die Triumphe nicht aus, so konnte Energie gegen den Tabellenführer aus Aue den höchsten Sieg im Profifußball feiern - 6:0, unter anderem durch Dreierpacker Uwe Hünemeier. Sogar der höchste Auswärtssieg im Profifußball wurde mit dem 5:0 in Paderborn gefeiert, den Nils Petersen mit vier Treffern besiegelte.

Auch in seiner zweiten Amtszeit lassen sich unzählige Siege unseres Coaches finden. Als er zum Saisonfinale 2015/16 kam, um der Mannschaft im Abstiegskampf zu helfen, holte er zwei starke Auswärtssiege bei Stuttgart II und in Erfurt, die zumindest noch einmal die Hoffnung auf den Klassenverbleib nährten. Da Wollitz auch in der Regionalliga beim FCE blieb, sammelte er weiter fleißig Siege. Den ersten in Liga 4 gab es beim 2:1 beim BFC. Besonders in Erinnerung ist bis heute auch noch das souveräne 3:1 gegen Tabellenführer und späteren Meister Carl Zeiss Jena vor 13.000 Zuschauern im heimischen Stadion. Und auch den ersten Landespokaltitel konnte Wollitz durch ein 2:0 gegen Luckenwalde im Finale einfahren.

Die meisten Siege in einer Liga-Saison holte Pele dann 2017/18, als er in 34 Spielen 28-mal dreifach punkten konnte - Regionalligarekord! Darunter waren tolle Siege wie das 3:1 gegen Mitkonkurrent BFC oder ein 2:1 gegen den Zweitplatzierten und gut besetzten FSV Wacker Nordhausen. Noch eindrucksvoller als die 89 Punkte war jedoch die Leistung in den anschließenden Aufstiegsspielen gegen Weiche Flensburg, wo Pele mit einem 3:2-Auswärtserfolg die Tür zur 3. Liga weit aufsperrte. Auch der zuvor erreichte Landespokaltitel durch ein 1:0 in Babelsberg war für den Gesamterfolg in jener Saison maßgeblich.

Nach der Rückkehr in die 3. Liga 2018/19 gab es gleich zum Auftakt einen sensationellen 3:0-Heimerfolg gegen Hansa Rostock, der insofern beeindruckend war, dass er mit den Stammkräften der Aufstiegsmannschaft erzielt wurde. Auch der tolle 2:0-Sieg beim am Ende drittplatzierten SV Wehen-Wiesbaden, wurde herrlich herausgespielt. Der erste Sieg auf dem Betzenberg überhaupt, herausgeschossen durch Marc Stein und Lasse Schlüter zum 2:0, bleibt ebenfalls unvergessen, genau wie der abgezockte Rückspiel-Dreier beim 2:0 in Rostock kurz vor Weihnachten.

Selbst in der anschließenden Corona-Saison konnte Wollitz unvergessliche Siege in der Regionalliga einfahren. Das 6:0 gegen den BFC glich einer Machtdemonstration, und auch beim 3:1 über die mit Profispielern besetzte zweite Mannschaft von Hertha BSC wusste der Trainer taktisch und spielerisch mit seiner Mannschaft zu überzeugen. Nach dem Abgang zur Winterpause sollten dies aber nicht die letzten Siege für den Trainer gewesen sein.

Im Sommer 2021 folgte sein drittes Engagement in Cottbus. Mit 21 Siegen schloss er die Saison des Umbruchs noch auf Platz drei ab, um im Jahr darauf wieder den ganz großen Coup zu landen. Denn auch die Regionalliga-Meisterschaft 2022/23 wurde vor allem dank der Siege in der Rückrunde eingefahren. Unter anderem konnte Wollitz' Mannschaft Verfolger Jena durch ein 1:0 auf Distanz halten und letztlich im letzten Heimspiel gegen Babelsberg nach einem 1:0 die Meisterschaft klarmachen. Da man in den Aufstiegsspielen gegen Haching das Nachsehen hatte, blieb man Viertligist. So wurden auch 2023/24 wieder 21 Regionalliga-Siege (zum dritten Mal in Folge) gefeiert. Aus dieser Saison bleiben noch mehr Siege im Gedächtnis, da sie zum Teil durch verrückte Spielverläufe und späte Tore am emotionalen Nervenkostüm der FCE-Anhänger gezerrt haben.

Ob beim Last Minute-4:3 gegen Viktoria Berlin, beim unglaublichen 4:3 gegen Lok Leipzig mit Seitfallzieher-Siegtor am Ende, oder der wichtige 2:1-Sieg in der 97. Minute gegen den Berliner AK - viel Geduld und Vertrauen war in diesen Spielen gefragt. Darüber hinaus gehörten zu den Saisonhighlights selbstreden auch das 2:1 gegen den ärgsten Konkurrenten aus Greifswald, sowie der Sieg bei Hertha BSC II am letzten Spieltag, wo Energiefans zu Tausenden in die Hauptstadt strömten, um den Drittliga-Aufstieg mitzuerleben.

Zurück in der Profiliga, ging die Wollitzsche Erfolgsserie weiter. Auch diesmal bedurfte es eines Sieges in letzter Sekunde, um die Saison in eine positive Richtung zu lenken - das 2:1 gegen Alemannia Aachen und der Treffer von Axel Borgmann mit dem Abpfiff, waren von großer Bedeutung für unsere Mannschaft. Vor allem die Siege in Osnabrück (5:2), in Aue (3:1) oder zuhause gegen Saarbrücken (4:1) und 1860 München (5:1) legten die Torgefahr unserer Mannschaft dar. Auch die wiederholte Dominanz in den Spielen gegen Hansa Rostock (zwei Mal 3:1) beeindruckte angesichts der größeren Möglichkeiten des Gegners. Vor allem beim souveränen 2:0 in Bielefeld, die am Ende nicht nur Meister wurden, sondern auch ins DFB-Pokalfinale einzogen, zeigte die Wollitz-Elf ihre ganze Klasse.

In der laufenden Saison gab es ebenfalls großartige Siege zu bestaunen. Das 3:0 in Mannheim, die Siege gegen die starken Konkurrenten aus Rostock und Essen, sowie der wunderbare Erfolg im Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg lassen die Fans abermals von ganz großen Zielen träumen. Selbst einen Sieg im DFB-Pokal konnte man nach zehn Jahren wieder einmal feiern, als man mit Hannover 96 einen Zweitligisten ausschaltete. Und so hat es Pele mal wieder geschafft, seine bisherige Topbilanz beim FCE mit weiteren Siegen zu schmücken.

In den bisherigen 438 Pflichtspielen, zusammengesetzt aus Liga, DFB- und Landespokalpartien, konnte er nun gegen die TSG Hoffenheim II seinen 250. Pflichtspielsieg feiern. Was für eine Zahl, was für eine fantastische Leistung! Da kann man nur in Trainer-Manier "Chapeau" und vor allem DANKE sagen - der FCE wäre ohne dich, lieber Pele, nicht da, wo wir mit dir sein dürfen. Und da nur Legenden Legenden fortführen - auf die nächsten 250, Pele!

Hinweis: Der 5:3-Heimerfolg gegen den FC Rot-Weiß Erfurt am 4. August 2019 wurde aufgrund der späteren Insolvenz der Erfurter annulliert und somit aus manchen Statistiken entfernt. Es war ein offiziell durchgeführtes Spiel und gehört somit zur Statistik unseres Trainers dazu!