Nur noch zurück nach Cottbus
Ich befinde mich gerade in Südtirol, wo ich meinen Traum von einer eigenen Schafzucht verwirklichen wollte. Letzten Freitas ging es endlich los. Zuvor hatte ich mich natürlich von meinem Papa Dimitrou und meiner Ma Tuwila verabschiedet. Dann ging es von Kamenz aus mit meinem frisch gekauften Elektroauto los. Im Autohaus hatte man mir noch versichert, dass die Batterie des Autos genug Energie für die ganze Reise haben würde. Leider war ich schon zu Beginn meiner Reise etwas erkältet. "Boakye!" nieste ich, als ich gerade das kleine norditalienische Städtchen Viteritti passierte.
Trotzdem war ich froh, das graue Gehrmanny endlich hinter mir gelassen zu haben. Kurz vor dem Ziel fing der Wagen dann plötzlich zu stottern an und das ohne erkennbaren Grund, Mann! Der Akku war wohl schon hart an der Grenze als ich endlich am Ziel ankam. Ich weiß noch, dass im Autoradio "Wir sind die Coolsten, wenn wir krusen" lief, als ich mit letzter Kraft auf den Parkplatz der Baude fuhr, in der ich mir ein Zimmer gemietet hatte.
Am nächsten Tag traf ich voller Tatendrang den Förster, von dem ich einige Tiere kaufen wollte. Zu meinem Ärger hatte er nur noch einen Geisler, dem zu allem Überfluss auch noch die Wollitz frisch abgeschoren worden war. Ein schlechter Startsev ins neue Leben! Wo war ich da nur reingeschlütert? Ich kaufte ihn letzten Endes trotzdem, weil er so schön zickerte und führte das gute Wesen über Stock und Stein auf meine gepachtete Wiese, die weidlich gesehen ein perfekter Lebensraum war. Das Gras war grün und es gab dort sogar einen mineralhaltigen Karbstein, an dem mein Geisler lecken konnte.
Doch auch mit dem einen Tier hatte ich kein Glück. Nach nur zwei Tagen biss ihn eine Mamba ins Ziegenbein. Ich rief schnell den Tierarzt. Als der kam, winkte er schnell ab. „Hier kommt jede Rettung zu spät!“. Spätestens da hatte ich endgültig den Spahic an meinem neuen Hobby verloren und wollte nur noch zurück nach Cottbus.
