Gerne von der Leine lassen
Ungewohnterweise begann die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel 1. FC Lokomotive Leipzig nicht mit der personellen Lage, die sich weiterhin überschaubar gestaltet, denn bis auf Ibrahim Hajtic und Robert Müller sind alle Spieler einsatzbereit.
„Samstag um 16 Uhr ist eigentlich normal fast Bundesligazeit, das wäre jetzt natürlich nochmal ein Highlight gewesen. Es wird mit Sicherheit ein emotionales Spiel. Die Spiele in der jüngeren Vergangenheit waren alle immer enge Spiele. Lok ist gut gestartet und eine gute Mannschaft, die ausgewogen aufgestellt ist – mit erfahrenen und talentierten Spielern. Sehr ambitioniert und die bisherigen Auftritte bestätigen das auch. Wir werden kompakt und hochkonzentriert sein müssen, um das Ziel zu punkten zu erreichen“, sagt Claus-Dieter Wollitz vorausschauend.
Auf das Spielsystem der „Doppel-6“ und personell auf Tobias Eisenhuth und Niklas Geisler angesprochen reagierte der Trainer voll des Lobes: „Die Doppel-6 war schon auch der Tatsache geschuldet, dass die Bayern mit zwei Achtern spielen. Mit Tolisso und Müller. Und dann noch dieser drückende Ballbesitz führt dazu, dass du automatisch defensiver spielst. Ich glaube es waren über 80% Ballbesitzt, aber das schaffen sie auch in der Bundesliga gegen andere Mannschaften manchmal. Wie die beiden das gemacht haben, einer 17 und einer 18, das war richtig gut. Niklas sehe ich eher auf der Acht, Eisenhuth eigentlich auch, aber mit etwas defensiver Ausrichtung. Man sollte mal nicht vergessen, dass sie und auch Broschinski bis 16:00 Uhr am Montag auch noch Schule hatten und dann so ein Spiel machen.“
Wollitz kam ins Schwärmen: „Ich muss sehen, wie ich es am Besten formuliere, damit es nicht falsch verstanden wird. Diese Mannschaft würde ich gerne von der Leine lassen und sie dann so zu begleiten. Da sage ich ihnen – das wäre eine richtig interessante Aufgabe. Aber das geht nicht, denn du musst immer liefern. Mit den Wechseln hatten wir eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 19,4 Jahren auf dem Feld. Und das gegen die Bayern. Stellen sie sich das vor. Wir sind in dem Spiel 120 Kilometer gelaufen, das sind in der Bundesliga Top-Werte. Wenn man dahinkommt, dass in jedem Spiel annähernd zu schaffen, dann hat man immer Vorteile. Das kann diese Mannschaft aber noch nicht konstant schaffen.“
Ob vor dem Spiel personell noch etwas passieren wird ,ließ der Coach süffisant offen: „Es passiert immer etwas, jeden Tag."

