24.07.2019 17:23 | Den Saisonstart vor der Brust

Es geht wieder los IV

FCE-Praktikant Paul Resagk begleitet unsere Energie-Kicker durch die gesamte Vorbereitung und berichtet wöchentlich darüber. Die letzte Trainingswoche ist nun auch vorbei und am Samstag geht es gegen die VSG Altglienicke schon knallhart los mit der Saison. Hier erfahrt Ihr, was beim FC Energie in den vergangenen Tagen so los war.

Es war eine kräftezehrende Woche! Ich glaube, das würde so jeder Spieler des FC Energie am Ende der Vorbereitung unterschreiben. Nachdem die Woche zuvor „testspielfrei“ verlief und vorrangig das Training im Zentrum stand, sollte dafür gleich am Samstag ein echter Härtetest auf die Jungs aus der Lausitz warten. Denn der FC Energie absolvierte bei der Zweitbesetzung des VFL Wolfsburg, die im vergangenen Jahr in der Relegation nur denkbar knapp den Aufstieg verpasst haben, ein weiteres Testspiel. Doch zuvor bereiteten sich die Wollitz-Schützlinge am Donnerstag und Freitag mit drei knackigen Einheiten auf dieses Spiel vor. Dabei standen am Donnerstagvormittag vor allem koordinative Sprintläufe und eine „5 gegen 2“-Spielform auf dem Programm. Auch Torschüsse aus der Kombination heraus, sollten Spielabläufe festigen, die Samstag zum Zuge kommen sollten. In diesem Fall scheint „sollten“ auch die korrekte Wortwahl zu sein, aber dazu später. Am Nachmittag wurde letzteres noch einmal intensiviert. Diesmal allerdings lag das Augenmerk auf Passspiel und einem „10 gegen 10“-Spiel. So läuteten die Energie-Spieler am Freitag mit einer Runde Handball das „Abschlusstraining“ ein. Letzteres sollte dann im Standarttraining, wo insbesondere offensive Ecken trainiert wurden, den Feinschliff erhalten. Die restlichen Spieler versuchten sich anschließend wiederholt an Torschüssen aus dem Spiel heraus!

Am Samstag sollte sich das viele Training nicht auszahlen und die schweren Beine wirkten gegen spritzige Gastgeber unter Ausschluss der Öffentlichkeit hemmend. Das Spiel begann denkbar schlecht für die Cottbuser, die bereits nach fünf Minuten den ersten Gegentreffer hinnehmen mussten. In der Folge sollte sich eigentlich das Flanken- und Kopfballtraining auszahlen, als Dimitar Rangelov auf das Tor der Wölfe köpfte (7.). VfL-Schlussmann Niklas Klinger vereitelte sehenswert. Insgesamt kam wenig von den Gästen, sondern viel mehr von den Gastgebern. Durch eine Strafraumaktion und einen direkt verwandelten Freistoß gingen die Cottbuser mit 0:3 in die Halbzeitpause. Im zweiten Spielabschnitt änderte sich etwas! Nicht nur das Gesicht der Mannschaft, als Chef-Coach Wollitz kräftig rotieren ließ, sondern auch das Auftreten! So ging die Anfangsphase klar an die Lausitzer. Einzig und allein die Kaltschnäuzigkeit fehlte noch, als VFL-Schlussmann Niklas Klinger den Freistoß von Berkan Taz noch von der Linie kratzte (49.) und wenig später der Ball nach einer Ecke vom VFL-Kapitän auf der Linie geklärt werden konnte (50.). Die Wolfsburger machten es dann besser. Mit einem Doppelschlag (69./70.) erhöhten sie auf 5:0 und bewiesen, dass sie von das mit Kaltschnäuzigkeit schon draufhaben. In der 79. Spielminute wurde dann der 6:0 Schlusspunkt gesetzt, nachdem Lennart Moser zuvor sogar noch einen Elfmeter gehalten hatte (74.). Die Niederlage zeigte auf, woran gearbeitet werden muss, war grundsätzlich dennoch etwas zu hoch.

Mund abputzen und weitermachen, denn an solchen Spielen sieht man, dass die Vorbereitung kein Zuckerschlecken ist. Nach dem freien Sonntag wurden erst einmal die Fehler aus der 6:0-Schlappe gegen Wolfsburgs per Videoanalyse aufgearbeitet, ehe es wieder in die Turnhalle ging. Nach der Erwärmung wurden besonders die Muskeln des Oberkörpers trainiert und mit Fußballtennis sowie einem Basketballspiel für den entsprechenden Ausgleich gesorgt. Auch am Dienstag ging es fürs erste wieder ohne Ball zur Sache. Nach dem offiziellen Fotoshooting, zu dem auch erstmals Neuzugang Felix Brügmann anwesend war, stand ein Sprinttraining an vier Stationen auf dem Programm. Beispielsweise ging es an einer Station „Sprint mit Widerstand“, anhand eines gespannten Gummiseils, heftig zur Sache. Am Nachmittag wurden dann wieder in „6 gegen 6“-Spielformen Aktionen auf engen Raum, Reaktionsschnelligkeit und defensives Verschieben erprobt. Am darauffolgenden Tag stand am Abend das Freundschaftsspiel gegen den VFB Krieschow auf dem Plan, der die Hälfte der Einnahmen dem FC Energie Cottbus zugute kommen lässt und die Aktion #Einmalvollmachenbitte unterstützen wird. Eine starke Geste, die wiederum zeigt: Die Lausitz hält zusammen!

Vorbereitend darauf wurde sich nochmal, um das Passspiel und um Torschüsse aus dem Spiel heraus gekümmert, damit sich die Cottbuser erfolgreicher vor dem Tor des Oberligisten präsentieren, als vor dem Gehäuse der Wolfsburger! Der FC Energie war gegen den Oberligisten aus Krieschow zwar überlegen, allerdings waren die zahlreichen Chancen nicht zwingend genug und blieben ungenutzt. Auf der anderen Seite gelang es Krieschow ab und zu auch mal Nadelstiche zu setzen. Im ersten Spielabschnitt passierte nicht viel und es ging mit einem torlosen Unentschieden in die Pause. Nach der Pause sollten die „Neuen“ Abdulkadir Beyazit, Moritz Broschinski und Norman Quindt, welche für Dimitar Rangelov, Felix Geisler und Lennart Moser ins Spiel gekommen waren für frischen Wind sorgen. Und so konnte Energie endlich eine seiner vielen Chancen nutzen. Hoppe ließ seinen Gegner stehen und flankte den Ball flach an den fünf Meter Raum, wo Felix Brügmann nur noch einschieben brauchte (49.). Energie versuchte vergebens nachzulegen und so kamen auch die Krieschower wieder vor das Tor! Aus 25 Metern halblinker Position flankten die Gastgeber das Spielgerät in den Strafraum, wo Julian Baumgarten nur noch einnicken brauchte. Torhüter Norman Quindt war Chancenlos (57.). Energie antwortete mit zahlreichen Offensivaktionen, doch keine fand den Weg ins Tor. In der 70. Minute brachte Wollitz unter anderem Colin Raak, der die Offensive belebte. Dieser war es auch gut fünf Minuten nach seiner Einwechslung, der den 2:1.Führungstreffer markierte. Danach wurde ein Ball in der Vorwärtsbewegung verloren und anschließend auf den Ex-Cottbuser Andy Hebler durchgesteckt, der zum Ausgleich traf. Dann passierte nicht mehr viel und so hieß es am Ende 2:2 Unentschieden, obwohl die Chancen sowie der Spielverlauf eher einem FCE-Sieg hätten entsprochen.

Mit etwas Regeneration zwischendurch ging es am vergangenen Samstag bereits weiter gegen den lettischen Erstligisten Spatkas Jurmala. Das Spiel wurde souverän mit 4:1 gewonnen, wobei sich Berkan Taz doppelt in die Torschützenliste eintragen konnte. Die weiteren Treffen erzielten Daniel Stanese und Colin Raak, wobei der Gegentreffer lediglich per Foulelfmeter kurz vor Schluss fiel. Die Generalprobe war also gelungen und macht Mut für den Saisonstart gegen die VSG Altglienicke am 27. Juli um 13:30 Uhr. Mit einem gut dosierten Trainings-Mix wird auch die letzte Woche vergehen und dann geht es endlich wieder richtig los.