Entscheidend ist, dass du den Ball über die Linie bekommst.
Vor dem Heimspiel gegen den Tabllensiebenten aus Münster weiß Claus-Dieter Wollitz, dass die Mannschaft bei allem Einsatz, Kampf und Willensstärke nun auch Tore erzielen muss, um sich endlich mit drei Punkten zu belohnen.
„Es ist immer noch so, dass ich es aufschreiben lassen muss. Der Physio macht das ja. Also „Zicke“ ist mit seinem Fuß schmerzfrei und soll mit der Laufbelastung beginnen. Bei Philipp Knechtel ist das ein guter Verlauf, er ist bereits im Aufbautraining und Stanese ist im Platztraining, auch schon fußballspezifisch. Tim Kruse ist ebenfalls im Aufbautraining und auch da ist es ein guter Verlauf. Kevin Scheidhauer hat seit gestern eine Bronchitis, war eigentlich wieder hier nach der Reha und sollte auch aufgebaut werden. Nun muss er Antibiotika nehmen. Niklas Geisler ist auch im Aufbau- bzw. Mannschafstraining und Lars Bender hat die Woche komplett mittrainiert. Etwas Probleme macht uns aktuell Luke Hemmerich – er hatte im letzten Spiel einen Schlag auf das Sprunggelenk bekommen und konnte bis dato nicht trainieren. Auch Dimitar Rangelov ist zurückgekommen, hat gestern komplett mittrainier und da gibt es auch keine negative Rückmeldung“, so die personelle Lage am Donnerstag.
„Wenn wir in der Liga bleiben wollen, dann müssen wir mehr Punkte holen, als die Mannschaften vor uns. Wenn wir es am Ende schaffen wollen, dann müssen wir die Situation jetzt so annehmen, wie sie ist. Das sind aber nur die Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass du den Ball über die Linie bekommst. Wir brauchen da etwas mehr Gelassenheit, neben Technik und Überzeugung“, fuhr Wollitz fort.
„Wir haben das im letzten Spiel gut gemacht, aber das ist Vergangenheit. Jetzt kommt das nächste Spiel. Wir brauchen Mentalität, Aggressivität, Behauptungswillen, Zweikampf- und Laufstärke. Wir wissen selbst, dass wir in einer brenzligen Situation sind. In diese Situation haben wir uns selbst gebracht und jetzt müssen wir uns selbst da rausholen. Wir spielen zu Hause und ich glaube, dass wir die Möglichkeit haben den Gegner so unter Druck zu setzen, um das Spiel zu gewinnen. Das muss das Ziel sein. Wir müssen die Spieler im Raum aus dem Spiel nehmen. Von Manndeckung halte ich generell nichts. Wenn man zum Beispiel sieht, wie fantastisch sich Koby entwickelt hat – nicht nur mit seinen Standardsituationen. Dann muss man die Zulieferer für diese Spieler aus dem Spiel nehmen. Das wird eine Grundvoraussetzung werden“, philosophierte der Cheftrainer.
Die eigenen Standardsituationen wirkten zuletzt wenig gefährlich, bemerkte auch der Trainer: „Vielleicht klappt es aktuell nicht so, weil wir das jetzt trainiert haben. Man hat auch gesehen, dass wir die eine oder andere Situation jetzt eher ausspielen. Die zwei besten Kopfballspieler fehlten. Der eine hat den Verein komplett verlassen und der andere fiel letzte Woche kurzfristig aus. Auch das gehört dazu. Das hat aber nicht damit zu tun, dass da Luft nach oben ist. Mit solchen Standardsituation kann man auch Druck erzeugen.“
Zum Gegner sagte Wollitz: „Ich erwarte eine sehr aggressiv aufspielende Mannschaft, die sehr hoch verteidigt. Im Jahr 2019 haben sie erst einen Gegentreffer hinnehmen müssen. In Lotte. Sie haben individuell sehr gute Spieler und wenn man nach 26 Spielen in dieser Liga 38 Punkte hat, dann ist das ein überaus gefährlicher Gegner. Aber in unserer Situation ist jeder Gegner gefährlich. Es ist eine richtig gute Drittligamannschaft, die genau weiß, wie man in dieser Liga spielen muss und worauf es ankommt.“
In der Torwartfrage gab es eine klare Antwort des Trainers und ein interessantes Detail: „Avdo war ja in Großaspach auch schon wieder mit dabei. Er kam von sich aus am Donnerstag zu mir und sagte: „Wenn er mir einen Rat geben dürfte, dann würde er nicht wechseln und Kevin Rauhut spielen lassen“. Das zeigt auch den Charakter dieses Jungen. Kevin Rauhut wird am Samstag im Tor stehen. Das heißt aber nicht, dass das jetzt den Rest der Saison so bleibt. Raue hat das sehr gut gemacht, auch in seiner Ansprache. Er wurde zu diesem Zeitpunkt noch ohne Spiele in den Mannschaftsrat gewählt und am Dienstag beim Sponsorenabend, als er dort dabei war: da hat man gesehen, wie er auch rüber- und ankommt. Allgemein war die Unterstützung und der Rückhalt der Sponsoren an diesem Abend deutlich spürbar und das tut sehr, sehr gut.“

