27.08.2020 14:57 | FC Energie empfängt Viktoria Berlin

Die Segel richtig setzen

Die personelle Lage ist vor dem Heimspiel gegen den FC Viktoria 1989 Berlin unverändert, so dass Trainer Sebastian Abt weiter auf Iven Löffler, die beiden Tobis: Hasse und Eisenhuth und den gesperrten Niclas Erlbeck verzichten muss. Niklas Geisler ist immer noch ein wenig angeschlagen, alle anderen Spieler sind einsatzbereit. Florian Brügmann darf nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder ran.

So ging es direkt zum Sportlichen über: „Wir sprechen seit Januar regelmäßig mit den Gremien, in unterschiedlichen Formaten, um uns über die sportliche Entwicklung auszutauschen. Mal ist es bilateral. Nur der Präsident und ich, mal in der Präsidiumssitzung oder zusammen mit dem Sportlichen Leiter. Das war am Montag eine turnusmäßige Präsidiumssitzung.

So blickte Sebastian Abt zurück: „Klar ist natürlich, dass sich gewisse Dinge verbessern müssen. Wir sind nicht zufrieden und das haben wir mit der Mannschaft ausgewertet. Vor allem die Zweikampfführung in der zweiten Halbzeit haben wir kritisch besprochen. Es war auch hin und wieder das Problem, dass wir Angriffe in der ersten Phase zwar gut vorbereiten, sie aber dann nicht zielstrebig zu Ende spielen. Zu früh eine Entscheidung treffen, die dann eventuell auch den Gegner zum Kontern einlädt. Das besprechen wir kritisch, aber konstruktiv kritisch. Klar ist, dass wir das am Wochenende zeigen wollen“, fuhr Sebastian Abt fort und charakterisierte anschließend den kommenden Gegner: „Viktoria hat sich sehr gut entwickelt. Das ist eine spielstarke Mannschaft, die eine gewisse Dynamik entwickelt und in die Tiefe agiert. Sie haben Spieler dabei, die sehr viel Tempo haben und diese Tiefe auch suchen. Sie haben aber auch große und robuste Spieler, verteidigen gut und bringen das auch nach vorne in der Offensive ein. Für mich ist das eine Mannschaft, die ich generell sehr weit oben ansiedeln würde. Die generell in der Saison – da will ich gar nicht sagen überraschen kann, sondern sie ist stark genug, um oben mitzuspielen.“

Keeper Tim Stawecki wurde zur Stimmung im Team und seiner persönlichen Situation befragt und entgegnete: „Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt, etwas anderes erwartet und auch einen anderen Anspruch an uns selbst. Die Stimmung im Team ist dennoch sehr gut. Wir wissen, was wir können. Wir sind alle hundertprozentig davon überzeugt, dass jetzt am Wochenende der erste Dreier kommt. Ich bin ja schon relativ lange oben dabei und trainiere seit 3 Jahren mit. Ich hatte bisher noch nicht das Glück spielen zu dürfen. Ich habe mich gefreut, dass ich spielen darf, fühle mich gut und bin voll fokussiert. Sicher war ich auch ein bisschen aufgeregt im ersten Spiel gegen Lichtenberg, aber nach dem Anpfiff war das dann auch weg. Meine Verletzung macht mir keine Probleme mehr, ich spüre nicht und habe da auch nichts im Hinterkopf.“

Zwischen Zuspruch und Kritik: „Das ist so ein Punkt in der Berichterstattung, wo kritische Meldungen dann auch normal sind in so einer Situation. Ich bekomme aber auch sehr viele Rückmeldungen von Menschen, die mich früher und auch jetzt begleitet haben. Ich bekomme auch Zuspruch von Menschen, die ich gar nicht kenne und die mich auf der Straße einfach ansprechen. Die geben uns gemeinsam das Gefühl, denn es geht hier ja nicht um mich, sondern auch um die Arbeit von uns allen. Vom Funktionsteam. Und ich sage das nicht einfach nur so, sondern das ist überragend. Wie sie es in der täglichen Arbeit machen und wie die Mannschaft arbeitet, das habe ich ja schon mehrfach gesagt. Das ist wirklich toll. Sowas erkennen auch viele Menschen. Es ist aber so, dass mir nie jemand etwas geschenkt hat, ich musste mir immer alles hart erarbeiten. Warum soll das denn jetzt hier anders sein? Man muss weiter fleißig bleiben, stets beharrlich sein und seinen Weg gehen. Wir müssen von unserem Weg überzeugt sein. Und wenn es dann mal windig ist, dann wird es wichtig, dass man dann die Segel richtig setzt, damit einen der Wind in die richtige Richtung nach vorne treibt. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen mit der Mannschaft erfolgreich sein werden. Weil wir sehen, wie die Mannschaft und auch wir arbeiten.“