01.11.2019 13:22 | Vor dem Heimspiel gegen Bischofswerda

Die Rolle richtig annehmen

Der FC Energie empfängt mit dem Bischofswerdaer FV 08 das Tabellenschlusslicht der Regionalliga Nordost im Stadion der Freundschaft. Der Cheftrainer warnt vor dem Gegner und hat personell ein paar Fragezeichen zu beklagen.

„Ibrahim Hajtic hat sich selbst zu seiner Krankheit geäußert. Es ist richtig so, dass es nicht über Dritte passiert. Die Blutwerte waren damals in dem Test so, dass es diese Auffälligkeiten und weiteren Untersuchungen gab. Wir waren dann sehr überrascht, als es plötzlich hieß, dass er wieder trainieren soll und zwei Einheiten mitgemacht hat. Es ist jetzt so, dass er ein halbes Jahr keinen Leistungssport betreiben kann. Für ihn, für seine Familie und die Mannschaft ist das natürlich nicht leicht. Wir wünschen ihm alles, alles Gute. Axel Borgmann trainiert wieder, aber für ihn ist es vom Gefühl her so, dass sich der Muskel nicht so in der Funktionalität darstellt, wie er es gewohnt ist. Das müssen wir abwarten, sind uns aber sicher, dass da nichts ist. Bei Tobias ist das so ein wenig das Gleiche. Er hatte ein dickes Knie mit Flüssigkeit drin, da wurde auch ein MRT gemacht. Alle anderen Spielerm sind im Training. Berkan Taz hatte einen Pferdekuss, bei Brügmann gab es auch leichte Probleme und Zickert soll heute wieder einsteigen. Wir werden elf Mann zusammenbekommen und auch zu elft antreten“, so die personelle Lage vor dem Spiel.

„Wir haben beim Pokalspiel in Stahnsdorf, gegen Chemie und zum Teil zuletzt gegen Babelsberg nicht unsere Qualität auf den Rasen bekommen. Wir haben gegen Chemie schon ein Veilchen gehabt und wir sollten das nicht herausfordern. Wenn man Erster werden möchte, wenn möglich dann auch dort bleiben soll, dann muss man mehr liefern. Vor allem in der Konstanz. Wir hatten genug Qualität auf dem Platz, um die vergangenen drei Spiele sicherer nach Hause zu bringen. Das ist uns nicht gelungen. Wir sollten vor allem in der Organisation besser auftreten. Natürlich sind wir der Favorit und diese Rolle nehmen wir auch an. Aber diese Rolle richtig anzunehmen, beginnt schon in der Vorbereitung auf das Spiel. Auch im Kopf“, schaut Wollitz zurück und voraus.

Die personelle Situation erfordert nach der Verpflichtung von Damir Bektic womöglich noch weitere Neuzugänge: „Wir werden es am Sonntag wieder nicht schaffen, 18 Spieler in den Kader zu bekommen. Haben jetzt mit Damir Bektic, der 8er oder 6er spielen kann oder vielleicht auch mal in einer Dreierkette, eine weitere Option. Aber aktuell sind Erlbeck und Eisenhuth gesetzt. Von Erlbeck erwartet man das, aber was Eisenhuth seit Saisonbeginn hier macht, ist richtig gut. Auf der rechten Seite haben wir eigentlich nur Tobias Hasse, der das dort spielen kann. Lieber würde ich ihn weiter vorne zur Entfaltung bringen wollen. Deshalb suchen wir auf dieser Position noch etwas und mit dem Ausfall von Hajtic ist zusätzlicher Bedarf da. Das müsste dann jemand sein, der die Situation akzeptiert, aber dennoch auch Druck auf Müller und Koch macht, da diese natürlich gesetzt sind.“

„Cottbus ist ein guter Standort, um sich als Spieler zu entwickeln. Die Bedingungen sind nach wie vor bestens. Ein Schub muss dann aber auch von dem jeweiligen Spieler kommen, auch wenn ich gerne um Spieler kämpfe. Keine Frage. Aber Spieler, die hier nur herkommen, weil sie woanders nichts bekommen haben, die bringen uns nicht weiter. Das muss man immer abwägen“, ergänzt der Coach.

„Unser Ziel ist es jedes Spiel zu gewinnen, egal wer spielt oder gegen wen es geht. Aber wir haben noch Luft nach oben und nur, wenn wir diese Luft nach oben dünner machen, dann werden wir weiterkommen. Wir führen auch Entwicklungsgespräche mit den einzelnen Spielern im Funktionsteam durch. Stellen da auch die Frage, ob wir den jeweiligen Spieler richtig sehen oder ob der Spieler sich richtig gesehen fühlt. Das alles kostet auch Zeit, Kraft und Energie. Umso wichtiger ist die Mitarbeit der Spieler. Deshalb steht immer im Vordergrund erst den Menschen und die Mannschaft in der Kabine zu „bekommen“. Das ist überall das Gleiche“, schließt Claus-Dieter Wollitz ab.