16. April 2014 - 19:26

Ulrich Lepsch legt Amt nieder

Präsident beendet Amtszeit nach fast zehn Jahren, Wolfgang Neubert übernimmt

Ulrich Lepsch erklärt vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli seinen Rücktritt als Präsident des FC Energie Cottbus zum Ende seiner turnusmäßigen Amtszeit Ende Mai 2014. „Für eine neuerliche Amtszeit stehe ich unabhängig vom Ausgang der Saison nicht zur Verfügung“, sagte Ulrich Lepsch am Mittwoch. Er reagiert damit auf die aktuelle sportliche Situation. Verwaltungsrat und Präsidium verständigten sich darauf, dass mit dem bisherigen Vizepräsidenten Wolfgang Neubert ein langjähriges Vorstandsmitglied die Aufgaben des Präsidenten Ende Mai übernimmt und die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Jahre in der Saison 2014/2015 nahtlos fortführt.

„Nach fast zehn Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit zunächst im Verwaltungsrat und anschließend im Präsidium ziehe ich die Konsequenzen aus der sportlichen Entwicklung in dieser Saison. Für mich war die Arbeit in den Gremien des FC Energie Cottbus immer eine reizvolle und spannende Aufgabe. Der Verein ist für mich nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern war seit Amtsantritt 2005 aufgrund der sportlichen Situation und der damaligen finanziellen Schieflage eine Herausforderung“, so Ulrich Lepsch: „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitstreitern, denen es um die Sache ging und die mich in den vergangen Jahren so großartig unterstützt und begleitet haben.“

Der langjährige Präsident hatte sich zur Verfügung gestellt, als der FC Energie sportlich kurz vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga und finanziell vor dem Aus stand. Eine funktionierende Infrastruktur für Profifußball in der Lausitz war in Cottbus zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden. „Wir haben damals die Existenz des Vereins gesichert und mit akribischer Arbeit in den Gremien die Finanzen geordnet. Der Verein verfügt heute mit dem Stadion der Freundschaft in Eigentum, dem Trainingszentrum am Priorgraben, den Fußballplätzen im Südstadion, im Eliaspark, in der Poznaner und in der Parzellenstraße sowie mit dem modernen Kraftraum und Sanitärtrakt nebst medizinischem Bereich über hervorragende Bedingungen. Bis hierhin war es ein langer, steiniger Weg“, blickt Ulrich Lepsch zurück. Dank der finanziellen Unterstützung und des Vertrauens vieler treuer Sponsoren in die Vereinsführung und unter kaufmännischer Leitung von Geschäftsführer Normen Kothe erhielt der FC Energie zuletzt sieben Mal in Folge die Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen.

Seit nunmehr 17 Jahren gehört der FC Energie Cottbus zum „Gütesiegel“ Bundesliga, mehr als die Hälfte dieser Zeit unter der Führung von Ulrich Lepsch. „Wir haben viele aufregende Spiele in der 1. und 2. Bundesliga erlebt. Die Stimmung im Stadion und der Rückhalt der Fans und das Vertrauen der Vereinsmitglieder und Sponsoren haben mir immer viel Kraft für die Arbeit gegeben, ganz besonders auch in schwierigen Momenten. Ich kann die große Enttäuschung der Fans über die aktuelle sportliche Situation gut verstehen, weil ich genauso enttäuscht bin. Nicht alle unsere Entscheidungen haben den erhofften Erfolg gebracht. Es sind aber am Ende auch nicht die Gremien, die auf dem Platz stehen, es sind Mannschaft und Trainerstab. Unsere Aufgabe ist es, den Rahmen dafür zu schaffen und den sportlich Verantwortlichen den Rücken frei zu halten. Genau das haben wir getan, nach bestem Wissen und Gewissen“, resümiert Ulrich Lepsch.

Die Art und Weise der kritischen Auseinandersetzung mit der sportlichen Situation sei in den zurückliegenden Wochen sehr unsachlich geführt worden, im persönlichen Umgang im Stadion und außerhalb gingen Fairness und Respekt zunehmend verloren. Ulrich Lepsch führt fort: „Ich habe mich im Verein gern engagiert und wollte ihn stets voranbringen, statt ihm im Weg zu stehen. In jüngster Vergangenheit konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies in Abrede gestellt wird. Das ist keine geeignete Basis, um diese anspruchsvolle und zeitaufwändige Aufgabe ehrenamtlich mit ganzer Kraft und Begeisterung auszuführen und den FC Energie durch die bevorstehenden Klippen zu manövrieren.“