Stündlich notiert
Er ist einer von 25 Energie-Spielern des Profi-Kaders. Und möchte namentlich nicht genannt werden. Inkognito berichtet er dennoch stündlich aus dem Trainingslager in Seefeld.
7.00 Uhr: Das Deo liegt schon in der Tasche, die ist im Bus auf dem Weg nach Österreich. Bingo. Muss es heute mal ohne gehen.
8.00 Uhr: Hätte ich mir bloß eine Zeitung mitgenommen, Bus fahren ist echt nicht so spannend. Und um diese Uhrzeit hält sich die Redseligkeit noch in Grenzen. Die eigene und die der Mitspieler.
9.00 Uhr: Einchecken ist für uns Vielflieger ein Akt der Routine. Zum Glück haben die Trainingshosen nur zwei Taschen zum Entleeren und ein Gürtel ist auch nicht abzunehmen.
10.00 Uhr: Es gibt kaum etwas Langweiligeres als Transiträume am Flughafen. Und weil auch meine Börse schon unterwegs ist, kann ich mir nicht mal völlig überteuertes Baguette kaufen.
11.00 Uhr: Über den Wolken … Mein Nachbar scheint sein Deo auch früher auf die Reise geschickt zu haben.
12.00 Uhr: Raus aus dem Airport, rein in den Bus gen Seefeld. Bin gespannt auf das Hotel und meinen zugeteilten Zimmer-Nachbarn.
13.00 Uhr: Die Stimmung an Bord ist gut. Liegt wohl daran, dass wir diesmal kein Lauftrainingslager machen und der Ball im Mittelpunkt stehen wird. Hoffentlich.
14.00 Uhr: Zimmer echt okay, Zimmerkumpel erträglich für acht Tage, Essen wenig überraschend. Sportlergerecht halt mit Nudeln, Fisch und Salat.
15.00 Uhr: Wlan funktioniert im Zimmer erst im dritten Anlauf, der Fernseher hat Aussetzer. Das kann ja heiter werden.
16.00 Uhr: Fertig machen zur ersten Trainingseinheit. Gut dass ich nicht eingeschlafen bin, sonst wäre ich noch schwerer hoch gekommen.
17.00 Uhr: Geiles Panorama. Die Schanzen stehen direkt neben dem satt grünen Trainingsplatz. Die Bedingungen sind tatsächlich hervorragend, hat der „Alte“ nicht übertrieben.
18.00 Uhr: Hat die Erwärmung denn nie ein Ende?
19.00 Uhr: Puh. Fertig. Platt. Schnell duschen und dann Essen fassen. Beeilung. Zu spät kommen kostet.
20.00 Uhr: Freizeit? Von wegen. Gruppenweise geht es in die Kältekammer. Als Regenerationsbeschleuniger mit Mütze, Handschuhen und Slip. Muss danach zum Auftauen wohl in die Sauna. Und Behandlung ist ja auch noch. Sind schon lange Tage, die im Trainingslager.
21.00 Uhr: Erfrierungen dritten Grades sind zum Glück ausgeblieben. Aus einem entspannten Fernsehabend wird nix. Die ortsansässige Blaskapelle beschallt den Seefelder Ortskern.
22.00 Uhr: Nachtruhe. Hoffentlich schnarcht der Kollege nebenan nicht. Aufklärung: Morgen. Gute Nacht.



