PRESSing
An dieser Stelle bot fcenergie.de die tägliche „Presseschau“ an. Zur Wahrung des Urheberrechts und nach ausdrücklicher Aufforderung kommen wir ab sofort nicht umhin, diesen Service in der bisherigen Form einzustellen. Dennoch bleibt das Pressing als Rubrik erhalten, beschränkt sich jedoch aus genannten Gründen auf Beiträge unserer ortsansässigen Tageszeitung. Bei der Lausitzer Rundschau bedanken wir uns für die gute Kooperation.
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10.9.2010
Renno auch verletzt – Energie Cottbus bangt um seine Torhüter
Cottbus. Die kommenden Tage werden für Energie Cottbus zur Zitterpartie, denn vor dem Spiel am Montag gegen den Karlsruher SC (20.15 Uhr) ist bisher kein etatmäßiger Torhüter fit.
Stammkeeper Thorsten Kirschbaum quält sich bereits seit einer Woche mit einer Daumenverletzung, nun humpelt auch noch sein Ersatzmann René Renno. Der 31-Jährige war am Dienstag beim Testspiel gegen FK Teplice (0:0) umgeknickt. Erst am Freitag wird eine Magnetresonanztomographie bei ihm gemacht. Renno absolvierte zwar am gestrigen Donnerstag schon wieder leichtes Lauftraining. »Aber er hat Schmerzen«, berichtete FCE-Sprecher Lars Töffling.
Umso mehr ruhen die Cottbuser Hoffnungen nun darauf, dass Thorsten Kirschbaum rechtzeitig fit wird. Torwarttrainer Ronny Zeiss erklärte: »Wir haben mit ihm schon leicht trainiert. Wenn es normal läuft, werden wir langsam steigern und Thorsten kann mit einem Tape-Verband spielen.« Diesen Wettlauf mit der Zeit könnte der FCE also gewinnen, doch es ist nicht der einzige in diesen Tagen. Auch Nils Petersen und Daniel Adlung konnten am Donnerstag mit Fitnesstrainer Matthias Grahé nur joggen. Beide Stammspieler plagen Muskel beschwerden. Emil Jula, mit einer Manschette am Ellbogen ohnehin gehandicapt, liegt mit einer Grippe flach. Trainer Claus-Dieter Wollitz vollführt schon Gedankenspiele, wie er seine Elf notgedrungen umstellen könnte. Bei der Suche nach Alternativen muss er allerdings nicht weit schauen. Mit Jiayi Shao, Jules Reimerink, Roger und Uwe Hünemeier lobte er am Donnerstag ausdrücklich vier Ersatzspieler, die beim Test gegen Teplice überzeugt hätten. Wollitz: »Wir haben unseren Kader so geplant, dass wir Ausfälle kompensieren können.«
Das Regionalliga-Heimspiel Energie-Amateure gegen Hannover ist um eine Woche verschoben worden. Energie begründete dies mit »Rasenschonung«. Ursprünglich war die Partie auf Mittwoch, 22. September angesetzt. Tags zuvor trägt die Zweitliga-Elf allerdings ihr Heimspiel gegen Greuther Fürth, nur drei Tage später folgt das Derby gegen Hertha BSC.
8.9.2010
Energie und Teplice trennen sich im Testspiel torlos
Cottbus. Ohne Tore endete am Dienstag das Testspiel von Energie Cottbus gegen das Team von FK Te plice. Am Ende der 90 Minuten in Senftenberg hieß es 0:0 im Duell mit dem Erstligisten aus Tschechien. Obwohl keine Treffer fielen, sahen die Zuschauer auf der Sportanlage Michael Bautz eine ordentliche Partie mit vielen Chancen auf beiden Seiten.
Positiv aus FCE-Sicht: Jiayi Shao kam nach langer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz und spielte die komplette Partie durch. Er stürmte an der Seite von Sergiu Radu. Emil Jula fehlte wegen einer Grippe. Mittelfeldspieler Daniel Adlung absolvierte in Senftenberg zwar die Erwärmung vor dem Anpfiff, musste dann aber wegen muskulärer Probleme passen. Im Cottbuser Tor stand wie angekündigt Ersatzkeeper René Renno. Er vertrat den verletzten Thorsten Kirschbaum und blieb gegen den gut organisiert zu Werke gehenden Kontrahenten ohne Gegentreffer.
Unterdessen hat der Vorverkauf für das Derby gegen Hertha am 24. September begonnen. Energie erhebt für dieses Derby keinen Zuschlag, es gelten die gewohnten Preise.
7.9.2010
FCE: Kirschbaum bricht Training ab – Renno steht im Tor
Cottbus. Energie Cottbus muss weiter auf seinen verletzten Stammtorhüter Thorsten Kirschbaum verzichten. Der 23-Jährige hat am Montagvormittag das Training abgebrochen und steht wegen eines Kapseleinrisses am Daumen auch nicht im Kader für das Testspiel am heutigen Dienstag gegen den FK Teplice (18 Uhr in Senftenberg, Michael Bautz Sportanlage).
Gegen den Tabellen-Sechsten der tschechischen 1. Liga wird Ersatzkeeper René Renno das Tor hüten. Renno hat seine Grippe auskuriert - so kann Torwarttrainer Ronny Zeiß seine Handschuhe wohl zu Hause lassen. Der 38-Jährige hatte zuletzt beim Gastspiel in Hoyerswerda noch ein Blitz-Comeback gegeben, weil alle Cottbuser Torhüter ausgefallen waren. Stattdessen kann sich Zeiß um die Genesung seines Schützlings Kirschbaums kümmern. »Ich denke, dass wir am Donnerstag mit ihm wieder ins Training einsteigen können«, sagte er. Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz ist da noch etwas skeptisch: »Kapselverletzungen sind schwer einzuschätzen. Hoffentlich wird Thorsten rechtzeitig fit für das Heimspiel am Montag gegen Karlsruhe.« Kirschbaum bleibt optimistisch: »In zwei, drei Tagen ist das alles wieder in Ordnung«, schätzte er am Montag ein. Falls nicht, so würde Renno (11 Erstliga-Spiele für den VfL Bochum) gegen den KSC zu seinem Pflichtspieldebüt für den FC Energie kommen. »Wir haben ihn geholt, weil wir ihm vertrauen«, betonte Trainer Wollitz. Allerdings verweist er darauf, dass es für Kirschbaum »wichtig wäre, weiter im Spielrhythmus zu bleiben«. Der Neuzugang aus Sandhausen hatte mit einem guten Saisonstart angedeutet, dass er ein starker Rückhalt für den FCE werden könnte.
6.9.2010
Gegenwind für die Youngster
Cottbus. Junge Spieler hatten bei Energie Cottbus noch nie so gute Chancen wie seit dem großen Umbruch im vergangenen Sommer. Dennoch bläst den Youngstern neuerdings wieder mehr Gegenwind ins Gesicht. Trainer Claus-Wollitz nimmt sie verstärkt in die Pflicht, denn er will ihre Entwicklung forcieren.
Vorbereitung auf den Tag X: Der 19-jährige Clemens Fandrich gehört zu den größten Talenten bei Energie Cottbus. Foto: Aswendt
Von wegen freies Wochenende. Während der Großteil des Teams am Samstag und Sonntag frei hatte, ging es für fünf Spieler von Energies Profimannschaft richtig zur Sache. Statt die Länderspielpause der 2. Bundesliga zu genießen, kamen sie gehörig ins Schwitzen. Denn Wollitz hatte die Youngster Clemens Fandrich, Markus Obernosterer, Nils Miatke und Velimir Jovanovic in das Amateurteam beordert, damit sie in der Auswärtspartie der Regionalliga Nord in Havelse Spielpraxis sammeln. Das gleiche galt für Daniel Ziebig nach seiner langen Verletzungspause. Eigentlich sollte auch Alexander Bittroff mit nach Havelse reisen. Er zog sich jedoch am Donnerstag beim 9:0-Testspielsieg der Profis beim FC Lausitz Hoyerswerda eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zu und fiel aus.
Das Ziel dieser massiven Hilfsaktion des Profi- für das Amateurteam ist klar: Einerseits soll der FCE II als Aufsteiger auf seinem Weg zum angestrebten Klassenerhalt in der Regionalliga unterstützt werden. Und andererseits will natürlich Wollitz seine Talente natürlich möglichst oft im Wettkampf unter die Lupe nehmen. Deshalb fuhr er am Sonntag von seinem Wohnort Osnabrück nach Havelse, um sich ein Bild zu machen. »Für die jungen Spieler ist der Einsatz bei den Amateuren eine Chance, sich für die Profis anzubieten«, sagt der Coach.
Dabei waren Spieler wie Fandrich, Bittroff und auch Miatke eigentlich schon weiter auf ihrem Entwicklungsweg. In der vergangenen Saison standen sie mehrmals in der Startformation des Zweitliga-Teams. Allerdings war dies auch den mangelnden Alternativen beim radikalen Umbruch nach dem Bundesliga-Abstieg geschuldet. In diesem Sommer ist der Konkurrenzkampf jedoch wieder größer geworden, weil Energie Spieler wie Kolja Afriyie, Daniel Adlung oder Takahito Soma geholt hat. Sie verkörpern gehobenes Zweitliga-Niveau.
Die Folge: Die Youngster müssen sich erst einmal hinten anstellen - zum Beispiel eben im Regionalliga-Spiel in Havelse. »Ich finde das absolut hilfreich, ich brauche Praxis und einen Rhythmus. Ich bin dankbar für diese Plattform. Dort kann man sich zeigen«, sagt beispielsweise Clemens Fandrich.
Trainer Wollitz gibt den Youngstern zwar weiterhin absolute Rückendeckung und will sie fördern. Aber er weist gleichzeitig mit Nachdruck auf den Gegenwind hin. »Die jungen Spieler müssen jetzt noch schneller erwachsen werden. Sie müssen sich auf den Tag X vorbereiten, um dann bereit zu sein«, fordert der Coach. Denn eines ist für Wollitz ganz klar: »Dieser Tag X wird kommen.«
Von Frank Noack
6.9.2010
Viertes Spiel, vierte Niederlage: FCE II unterliegt in Havelse 0:3
Cottbus. Viertes Spiel, wieder kein Tor geschossen, erneut verloren: Für den FC Energie Cottbus II läuft es in der Regionalliga Nord noch nicht rund. Am Sonntag verlor der Aufsteiger sein Spiel beim Mit-Aufsteiger TSV Havelse mit 0:3 (0:2). »Es ist immer das gleiche Lied: Das Team betreibt einen großen Aufwand und wird für die bessere Spielanlage gelobt, die Punkte nimmt jedoch der Gegner mit. Noch sind wir zu naiv und zu wenig zielorientiert in den Aktionen. Das ist sehr ärgerlich, denn das schwächere Team waren wir bislang nicht«, resümierte Trainer Detlef Ullrich, dessen Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz liegt. Gegen die mit einigen zweitliga-erfahrenen Spielern verstärkte Energie-Reserve trafen Jan Zimmermann (23.), Christoph Beismann (40.) und Patrick Posipal (57.).
4.9.2010
Neue Rolle, neue Chance
Cottbus. Beim 9:0-Sieg im Testspiel gegen Lausitz Hoyerswerda feierte er sein Debüt nach langer Verletzungspause. Roger nimmt einen weiteren Anlauf, um sich bei Energie Cottbus durchzusetzen. Der Brasilianer sucht seine Chance auf einer neuen Position: in der Verteidigung.
Debüt: Im Test bei Lausitz Hoyerswerda spielte Roger 45 Minuten lang durch. Foto: Aswendt Zwei Daten sorgen für ganz unterschiedliche Reaktionen im Gesicht von Roger de Oliveira Bernardo. Da ist zunächst der 29. Januar 2010, das Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth. Roger kam damals in der 14. Minute in die Partie und ersetzte den verletzten Alexander Bittroff. Der Mittelfeldspieler musste auf der Innenverteidiger-Position aushelfen. Trotz der 0:1-Niederlage machte er in Fürth sein bislang bestes Spiel im FCE-Trikot. »Ja, das hat Spaß gemacht«, lächelt Roger.
Und dann ist da noch dieser 6. März 2010. Ein Datum, das für Traurigkeit bei dem 25-jährigen Brasilianer sorgte. Roger bezahlte für den 3:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen einen hohen Preis, denn bei einem Zweikampf zog er sich einen Bruch des Mittelfußes zu. »Schade, diese Verletzung hat mich weit zurückgeworfen«, erinnert er sich mit nachdenklichem Gesicht.
Eine solche Verletzung bedeutet normalerweise eine Zwangspause von drei bis vier Monaten. Im Fall von Roger ist es inzwischen fast ein halbes Jahr. Eine lange Zeit für einen Profifußballer; noch dazu, wenn er immer noch auf den Durchbruch hier in Deutschland wartet. Im Juni 2009 war Roger mit großen Erwartungen vom brasilianischen Zweitligisten Figueirense Futebol Clube in die Lausitz geholt worden. Er sollte der neue Taktgeber im offensiven Mittelfeld werden. Der FCE ließ sich die Verpflichtung eine stattliche Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich kosten.
Die Bestandsaufnahme fällt jedoch ernüchternd aus. Seit seiner Verpflichtung hat Roger erst acht Liga-Spiele gemacht. Zu den Anpassungsproblemen kam dann im Frühjahr auch noch die Verletzung hinzu. Jetzt, ein halbes Jahr später, ist der Brasilianer zurück im Team. Am Donnerstag in Hoyerswerda spielte er 45 Minuten lang durch und konstatierte anschließend sichtlich zufrieden: »Ich hatte keine Probleme und fühle mich gut.«
Eine Einschätzung, die FCETrainer Claus-Dieter Wollitz teilt. Er bescheinigt Roger nach den Eindrücken der letzten Trainingstage einen »sehr guten Eindruck«, warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen in den nächsten Wochen. »Wir müssen Roger langsam heranführen. Das wird ein langer Prozess für ihn. Er muss über die Schmerzgrenze gehen, um sich weiterzuentwickeln«, sagt Wollitz im Wissen darum, dass sich Brasilianer eigentlich lieber mit dem Ball befassen als beim anstrengenden Kraft- und Konditionstraining Schmerzen auf sich zu nehmen.
Was also spricht dafür, dass es Roger diesmal packt? Dass er endlich zur erhofften Verstärkung wird? Ein wichtiger Faktor bei der Integration ist die Sprache. Lange Zeit tat sich der 25-Jährige bei seinem zweiten Engagement im Ausland damit schwer. Von seinem gleichermaßen kurzen wie erfolglosen Sieben-Monats-Gastspiel bei Arminia Bielefeld im Jahr 2004 blieben nur wenige Brocken hängen. Stattdessen ließ Roger von seinen Landsleuten Franklin Bittencourt und Vragel da Silva übersetzen. Inzwischen sind die Fortschritte unüberhörbar. Auch Interviews gibt Roger mittlerweile in deutscher Sprache, obwohl er sich dabei noch mühen muss. Zumindest in diesem Punkt hat er also den Rat seines Trainers schon mal beherzigt und die Schmerzgrenze überschritten.
Bleibt die sportliche Entwicklung. Seine neue Chance sucht Roger auf einer neuen Position. Er hat sich kürzlich mit Wollitz darauf verständigt, künftig den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung zu beleben. »In Brasilien habe ich auch schon Verteidiger gespielt«, blickt Roger zuversichtlich nach vorn. Dass Energies Innenverteidigung mit Markus Brzenska, Adam Straith und Uwe Hünemeier relativ dünn besetzt ist, dürfte seine Erwägungen befördert haben. Im Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf deutlich größer. Am Donnerstag nach seinem Debüt in Hoyerswerda hat der gut gelaunte Roger wieder auffallend oft gelacht. Er will jetzt an den 29. Januar anknüpfen und den 6. März schnell vergessen.
Zum Thema:
Nach mittlerweile drei 0:1-Niederlagen zu Beginn der neuen Saison in der Regionalliga Nord hoffen die Amateure von Energie Cottbus nun endlich auf das erste Erfolgserlebnis. Am Sonntag in der Partie beim TSV Havelse (14 Uhr) stehen die Chancen nicht schlecht. Wegen der Länderspielpause werden mit Daniel Ziebig, Clemens Fandrich, Markus Obernosterer, Nils Miatke und Velimir Jovanovic gleich fünf Spieler aus dem Profiteam nach Havelse reisen, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Eigentlich sollte auch Alexander Bittroff bei den Amateuren spielen. Er zog sich im Test gegen Hoyerswerda jedoch eine Prellung zu. Robert Zickert laboriert an einer Kapselverletzung im Sprunggelenk.
3.9.2010
Vom Trainer zum Torwart in nur einem Tag
Hoyerswerda. Eigentlich hatte er ja gehofft, sagt Ronny Zeiß, „dass bei der Abfahrt vielleicht doch noch jemand überraschend im Bus sitzt.“ Es saß aber niemand im Mannschaftsbus von Energie Cottbus – zumindest kein Torhüter.
Deshalb musste in der Tat der Torwart-Trainer des FCE am Donnerstagabend im Testspiel beim Achtligisten FC Lausitz Hoyerswerda in den Kasten. Und hielt ihn sauber, Energie siegte 9:0.
Jene Keeper, die normalerweise im Bus sitzen, sind derzeit verletzt beziehungsweise erkrankt. Ein Kuriosum, das auch Claus-Dieter Wollitz in seiner Trainerlaufbahn noch nicht erlebt hat. »Das einzige Positive ist, dass wir dieses Pech jetzt in der Länderspiel pause haben und nicht kurz vor einem Pflichtspiel«, findet Wollitz.
Thorsten Kirschbaum, Energies etatmäßige Nummer eins, machte am Mittwochnachmittag das Verletzungspech endgültig perfekt. Er bekam einen Ball unglücklich auf den Daumen und zog sich einen Kapseleinriss zu. Nach der Untersuchung am Donnerstagvormittag gab es zwar Entwarnung, Kirschbaum wird nur einige Tage fehlen. Beim Test in Hoyerswerda musste er jedoch passen. Auch die drei Ersatztorhüter sind derzeit nicht einsatzfähig. René Renno und Marvin Gladrow kurieren eine Grippe aus. Julien Lattendresse laboriert an einer verstauchten Hand. Also blieb Trainer Wollitz mangels Alternativen gar nichts anderes übrig, als seinen Torwart-Trainer zu reaktivieren.
Der verlebte mit Ausnahme der Anfangsphase, als er bei einem Rettungsversuch Kopf und Kragen riskieren musste, einen ruhigen Abend und sah insgesamt neun Treffer durch Sergiu Radu (4), Nils Petersen (2), Velimir Jovanovic, Clemens Fandrich sowie Daniel Adlung. Für Zeiß war das Comeback ein doppeltes Kuriosum. Denn in Hoyerswerda hat der 38-Jährige von 1998 bis 2000 zwischen den Pfosten gestanden. In der Amateur-Oberliga, damals die vierte Liga, trainierte der gebürtige Gröditzer unter an derem unter Gerd Schädlich und Eberhard Vogel. Es war seine letzte Station im Leistungssport. Anschließend ließ Zeiß in Burg und Guben die Karriere ausklingen. Beim Cottbuser Pressevertrieb baute er sich ein neues Standbein auf und war bis Ende des vergangenen Jahres als Versandleiter tätig. Diesen Job hängte er an den Nagel, als von Energie das Angebot kam, nicht nur wie bisher die Nachwuchs-Torhüter zu trainieren, sondern bei den Profis einzusteigen.
Dass er bei dieser Gelegenheit sogar zu seinem Comeback kommt, ist dennoch kurios. Immerhin war Zeiß gut gerüstet. Neben den Übungseinheiten mit den Keepern geht er regelmäßig laufen und in den Kraftraum. »Der ist fit wie eine Maschine«, schmunzelt Trainer Wollitz und ergänzt: »Das ist aber auch nötig. Wenn du dich nach einem Schuss auf das Tor erstmal 20 Minuten ausruhen musst, kannst du diesen Job nicht machen.« Die Vorbereitungszeit von Zeiß auf sein Comeback fiel dennoch kurz aus. Am Mittwochnachmittag stand er erstmals wieder als Torwart und nicht als Trainer auf dem Übungsplatz. Am Donnerstag stieg er dann in den Bus - und suchte vergeblich nach einer Alternative.
Frank Noack
2.9.2010
Torwart-Problem: Comeback von Zeiß?
Cottbus. Bloß gut, dass an diesem Wochenende punktspielfrei ist! Denn Energies Ersatz-Keeper sind im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft und bescheren Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz ein unerwartetes Torwart-Problem. René Renno und Marvin Gladrow kurieren jeweils eine Grippe aus, Julien Lattendresse laboriert an einer Handprellung.
Alle drei Keeper stehen bis zum Wochenende nicht zur Verfügung. Die Not ist so groß, dass im Training sogar Torwart-Trainer Ronny Zeiß aushelfen muss. Statt Trainer ist der 38-Jährige plötzlich wieder Torhüter. Im Testspiel am heutigen Donnerstag bei Lausitz Hoyerswerda (18 Uhr) wird natürlich Stammkeeper Thorsten Kirschbaum zwischen den Pfosten stehen, obwohl er eigentlich eine Pause bekommen sollte. Auf der Ersatzbank sitzt voraussichtlich Torwart-Trainer Zeiß - im Spielertrikot. Verrückt: Zeiß könnte also ausgerechnet in Hoyerswerda, wo er von 1998 bis 2000 spielte, ein Comeback feiern.
Ansonsten will Trainer Claus-Dieter Wollitz in dieser Test partie vor allem jenen Spieler eine Einsatzchance geben, die zuletzt nicht in der Stammforma tion waren. Im Fokus steht nach den gescheiterten Bemühungen um einen zusätzlichen Stürmer vor allem die Bestückung des Angriffs hinter den gesetzten Nils Petersen und Emil Jula. Deshalb sollen sich in Hoyerswerda ins besondere Sergiu Radu und auch Jiayi Shao als mögliche Alternativen anbieten.
Frank Noack
1.9.2010
Kontrollierte Euphorie
Bolles Blick
Schon nach dem zweiten Spieltag stehen Mannschaft und Fans des FC Energie vor der ersten emotionalen Nagelprobe. Den lupenreinen Cottbuser Traumstart verarbeitet nämlich jeder anders. Nehmen wir zum Beispiel Torjäger Nils Petersen: Unser blonde Stürmerengel macht eine Bude nach der anderen und lässt sich trotzdem durch nichts aus der Ruhe bringen. Sowohl im Fußballmagazin Kicker als auch in der RBB-Sendung Sportplatz tätigte Petersen unaufgeregte Aussagen, bei denen eine ordentliche Portion Bescheidenheit mitschwang. So einen wünscht sich meine Waltraud als Schwiegersohn! Ich hingegen hab es nur bis gestern Nachmittag geschafft, der Euphorie zu widerstehen. Dann stand ich in Giselas Getränkemarkt vor der Palette mit dem teuren norddeutschen Bier, das laut meiner Frau nur dann gekauft werden darf, wenn´s wirklich etwas zu feiern gibt. Und dafür kam mir der beste rot-weiße Saisonauftakt seit elf Jahren natürlich gerade recht! Selbstverständlich sollte man den Ball in Sachen Aufstiegsambitionen weiter flach halten. Aber ein oder zwei Humpen können wir uns in der Länderspielpause trotzdem gönnen, während bei anderen Vereinen längst der Baum brennt. Darauf ein bescheidenes Prost!
1.9.2010
Wollitz: Schuon gehört ins Gefängnis
Cottbus. Fußball-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat im Wettskandal die vom DFB verhängte Spielsperre bis Ende August 2012 gegen seinen Ex-Spieler Marcel Schuon als zu gering kritisiert. Der Trainer des FC Energie Cottbus forderte eine Haftstrafe. "Das Strafmaß von 33 Monaten ist lächerlich. Das ist ein Betrüger, er hat Leuten eine Illusion weggenommen. Das ist nicht entschuldbar. Er hat auf dem Fußballplatz nichts mehr zu suchen. Solche Spieler gehören für mich ins Gefängnis", sagte Wollitz am Dienstag. Der Osnabrücker Marcel Schuon war wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal vom DFB gesperrt worden.