PRESSing
An dieser Stelle bot fcenergie.de die tägliche „Presseschau“ an. Zur Wahrung des Urheberrechts und nach ausdrücklicher Aufforderung kommen wir ab sofort nicht umhin, diesen Service in der bisherigen Form einzustellen. Dennoch bleibt das Pressing als Rubrik erhalten, beschränkt sich jedoch aus genannten Gründen auf Beiträge unserer ortsansässigen Tageszeitung. Bei der Lausitzer Rundschau bedanken wir uns für die gute Kooperation.
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2.9.2010
Torwart-Problem: Comeback von Zeiß?
Cottbus. Bloß gut, dass an diesem Wochenende punktspielfrei ist! Denn Energies Ersatz-Keeper sind im wahrsten Sinne des Wortes verschnupft und bescheren Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz ein unerwartetes Torwart-Problem. René Renno und Marvin Gladrow kurieren jeweils eine Grippe aus, Julien Lattendresse laboriert an einer Handprellung.
Alle drei Keeper stehen bis zum Wochenende nicht zur Verfügung. Die Not ist so groß, dass im Training sogar Torwart-Trainer Ronny Zeiß aushelfen muss. Statt Trainer ist der 38-Jährige plötzlich wieder Torhüter. Im Testspiel am heutigen Donnerstag bei Lausitz Hoyerswerda (18 Uhr) wird natürlich Stammkeeper Thorsten Kirschbaum zwischen den Pfosten stehen, obwohl er eigentlich eine Pause bekommen sollte. Auf der Ersatzbank sitzt voraussichtlich Torwart-Trainer Zeiß - im Spielertrikot. Verrückt: Zeiß könnte also ausgerechnet in Hoyerswerda, wo er von 1998 bis 2000 spielte, ein Comeback feiern.
Ansonsten will Trainer Claus-Dieter Wollitz in dieser Test partie vor allem jenen Spieler eine Einsatzchance geben, die zuletzt nicht in der Stammforma tion waren. Im Fokus steht nach den gescheiterten Bemühungen um einen zusätzlichen Stürmer vor allem die Bestückung des Angriffs hinter den gesetzten Nils Petersen und Emil Jula. Deshalb sollen sich in Hoyerswerda ins besondere Sergiu Radu und auch Jiayi Shao als mögliche Alternativen anbieten.
Frank Noack
1.9.2010
Kontrollierte Euphorie
Bolles Blick
Schon nach dem zweiten Spieltag stehen Mannschaft und Fans des FC Energie vor der ersten emotionalen Nagelprobe. Den lupenreinen Cottbuser Traumstart verarbeitet nämlich jeder anders. Nehmen wir zum Beispiel Torjäger Nils Petersen: Unser blonde Stürmerengel macht eine Bude nach der anderen und lässt sich trotzdem durch nichts aus der Ruhe bringen. Sowohl im Fußballmagazin Kicker als auch in der RBB-Sendung Sportplatz tätigte Petersen unaufgeregte Aussagen, bei denen eine ordentliche Portion Bescheidenheit mitschwang. So einen wünscht sich meine Waltraud als Schwiegersohn! Ich hingegen hab es nur bis gestern Nachmittag geschafft, der Euphorie zu widerstehen. Dann stand ich in Giselas Getränkemarkt vor der Palette mit dem teuren norddeutschen Bier, das laut meiner Frau nur dann gekauft werden darf, wenn´s wirklich etwas zu feiern gibt. Und dafür kam mir der beste rot-weiße Saisonauftakt seit elf Jahren natürlich gerade recht! Selbstverständlich sollte man den Ball in Sachen Aufstiegsambitionen weiter flach halten. Aber ein oder zwei Humpen können wir uns in der Länderspielpause trotzdem gönnen, während bei anderen Vereinen längst der Baum brennt. Darauf ein bescheidenes Prost!
1.9.2010
Wollitz: Schuon gehört ins Gefängnis
Cottbus. Fußball-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat im Wettskandal die vom DFB verhängte Spielsperre bis Ende August 2012 gegen seinen Ex-Spieler Marcel Schuon als zu gering kritisiert. Der Trainer des FC Energie Cottbus forderte eine Haftstrafe. "Das Strafmaß von 33 Monaten ist lächerlich. Das ist ein Betrüger, er hat Leuten eine Illusion weggenommen. Das ist nicht entschuldbar. Er hat auf dem Fußballplatz nichts mehr zu suchen. Solche Spieler gehören für mich ins Gefängnis", sagte Wollitz am Dienstag. Der Osnabrücker Marcel Schuon war wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal vom DFB gesperrt worden.
1.9.2010
Petersen und Jula müssen es richten
Cottbus Es bleibt dabei: Vor allem Nils Petersen und Emil Jula müssen es in der Offensive von Energie Cottbus in der 2. Bundesliga richten.
Ursprünglich wollte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz noch einen weiteren Stürmer holen - sämtliche Bemühungen führten jedoch bis zur Schließung der Transferliste am Dienstagabend nicht zum Erfolg. Vor allem um den Brasilianer Caiuby vom VfL Wolfsburg hatte sich Wollitz intensiv bemüht. »Wir hätten gern noch einen Stürmer geholt, aber es hat einfach nicht gepasst«, erklärte der Cottbuser Coach am Dienstag.
Jetzt heißt es für die FCE-Fans also Daumendrücken, dass das harmonierende Sturmduo Petersen/Jula verletzungsfrei durch die Saison kommt. Denn dahinter ist die Personaldecke ziemlich dünn. Sergiu Radu konnte bislang nicht an seine einstigen Qualitäten anknüpfen, weil sich der Konterspieler im neuen System schwer tut. Und Jiayi Shao, den Wollitz für den Angriff aufbauen will, fehlt nach langer Verletzungspause noch die Fitness.
Vor allem der vielseitig einsetzbare Caiuby wäre eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Aber der Brasilianer konnte sich dem Vernehmen nach nicht damit anfreunden, hinter Petersen und Jula zunächst Nummer drei im Sturm zu sein. Auch in finanzieller Hinsicht führten die wochenlangen Verhandlungen nicht zum Erfolg. Am Dienstagvormittag hatte Wollitz einen letzten Versuch gestartet und mit dem Management des Brasilianers verhandelt - ohne Erfolg. »Wir müssen das akzeptieren und verfallen jetzt nicht in Panik«, sagte der Energie-Coach.
Den Fans in der Lausitz stellt sich Energie in der Länderspielpause gleich zwei Mal vor. Am morgigen Donnerstag gastiert Cottbus beim FC Lausitz Hoyerswerda (18 Uhr). Am nächsten Dienstag tritt Energie in Senftenberg gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice (18 Uhr) an. Fehlen im Kader wird bei diesen Partien der Kanadier Adam Straith.
Frank Noack
1.9.2010
Keine Neuzugänge mehr bei Energie Cottbus
Cottbus. Energie Cottbus wird bis zum Transferschluss doch keinen neuen Spieler mehr für die laufende Zweitliga-Saison verpflichten. Das bestätigte der FCE am Dienstagnachmittag auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Wir vertrauen dem aktuellen Personal“, erklärte Vereinssprecher Lars Töffling.
Damit erfüllte sich auch die Hoffnung auf einen neuen Stürmer nicht. Vor allem mit dem Brasilianer Caiuby vom VfL Wolfsburg hatte Energie wochenlang verhandelt. Offenbar konnten sich beide Seiten jedoch nicht auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einigen. Caiuby sollte ausgeliehen werden und Cottbus eine Kaufoption auf den Stürmer erhalten.
Auch Isaac Boakye vom 1. FC Nürnberg wurde als Kandidat für einen Wechsel gehandelt. Unterdessen hat der Deutsche Fußball-Bund die Spiele der zweiten DFB-Pokal-Runde genau terminiert. Das Heimspiel von Energie Cottbus gegen den SC Freiburg findet am 26. Oktober um 20.30 Uhr im Stadion der Freundschaft statt.
Frank Noack
31.8.2010
Bereit für die große Welle?
Cottbus. Der Saisonstart ist absolut positiv gelaufen, dennoch geht Energie Cottbus mit zwei Fragen in die Länderspielpause. Wie viel sagen die Auftaktsiege über die wahre Qualität der Mannschaft aus? Und wie viel Euphorie ist gut fürs Team?
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz ist ein Mann der Emotionen. Einer, der Euphorie entfachen kann. So motiviert er seine Teams, so begeisterte er auch namhafte Profis für eine Unterschrift in Cottbus. Dass der Coach am Sonntagabend nach dem Sieg in Bielefeld offen zugab, im kommenden Jahr am liebsten in der 1. Bundesliga trainieren zu wollen, darf man ebenfalls dem emotionalen Wesen des 45-Jährigen zuschreiben. Und am Montag relativierte Wollitz: »Wir haben eine gute, aber junge Mannschaft. Sie wird Schwankungen unterliegen, sogar innerhalb eines Spiels wie in Bielefeld gesehen. Zudem sind einige Spieler wie Adlung und Kronaveter erst wenige Tage bei uns, andere wie Kirschbaum haben erst drei Zweitliga-Spiele Erfahrung. Noch gehören wir nicht in die Spitzengruppe dieser 2. Liga.«
Noch nicht. Aber hat der FCE das Potenzial, die womöglich aufkommende Euphorie zu nutzen? Die RUNDSCHAU analysiert die Cottbuser Elf.
Die Torhüter: Sicher muss Thorsten Kirschbaum seine Qualitäten noch über einen längeren Zeitraum beweisen. Doch die erkennbaren Ansätze sind verheißungsvoll. Und mit René Renno hat Kirschbaum einen Mann hinter sich, der ihn unterstützt und nicht unnötig unter Druck setzt. Bisher wurde Kirschbaum in den drei Pflichtspielen bisher nur zwei Mal per Elfmeter bezwungen. Ansonsten hielt er seinen Kasten sauber - in Bielefeld mit reaktionsschnellen Paraden. Auffällig ist, dass Kirschbaum oft per Rückpass ins Aufbauspiel einbezogen wird. Seine Pässe kommen sehr genau, seine Abschläge landen weit in der Hälfte des Gegners meist bei einem Cottbuser. Eine Qualität, die Kirschbaum seinem Vorgänger Gerhard Tremmel voraus hat.
Die Abwehr: Gegen Düsseldorf gab es etliche Schrecksekunden, auch in Bielefeld war die Cottbuser Abwehr nicht immer hundertprozentig sattelfest. Dabei gilt festzuhalten, dass Adam Straith als 19-Jähriger noch am Anfang seiner Karriere steht. Wollitz geht bewusst das Risiko ein, mit ihm und Neuzugang Uwe Hünemeier als Alternative zwei unerfahrenere Spieler auf dieser Position entwickeln zu wollen. Das könnte aufgehen, wenn sich Markus Brzenska weiter so überzeugend wie in Bielefeld präsentiert. Auf den Außenpositionen muss man sich zudem wenig Sorgen machen: Takahito Soma und Kolja Afriyie genügen auf alle Fälle gehobenen Zweitliga-Ansprüchen.
Das Mittelfeld: Der FCE hat in der Zentrale offensichtlich jene Balance gefunden, die Trainer Wollitz anstrebt. Marco Kurth und Marc Andre Kruska harmonieren als Taktgeber, Daniel Adlung und Rok Kronaveter wechseln ständig die Seiten und initiieren viele Angriffe. Wenn man bedenkt, dass Jiayi Shao - im Vorjahr mit acht Toren und sechs Vorlagen - derzeit noch angeschlagen ist und mit Jules Reimerink und Clemens Fandrich zwei verheißungsvolle Talente auf der Bank sitzen, klingt das nach einem Mittelfeld mit Format.
Der Angriff: Emil Jula und Nils Petersen sind in ihrer derzeitigen Verfassung eines der besten Angriffsduos in der 2. Liga. Sie harmonieren vorzüglich miteinander und gönnen einander den Torerfolg. Dass Wollitz dennoch einen dritten Angreifer verpflichten will - Sergiu Radu spielt in seinen Planungen nur noch eine untergeordnete Rolle - ist nachvollziehbar. Zu schnell könnte eine Verletzung das Gefüge sprengen.
Das Fazit: Kirschbaum hat alle Anlagen, ein wichtiger Rückhalt fürs Team zu werden. In der Abwehr hängt viel von Brzenska ab. Im Mittelfeld kann Trainer Wollitz flexibel reagieren, falls ein Spieler ausfällt. Und Jula mit Petersen im Angriff, das funktioniert. Abwarten muss man nun noch, wie sich dieses spielerisch geprägte Ensemble in kampfbetonten Begegnungen mit Abstiegskandidaten präsentiert. Insgesamt hat die Mannschaft aber durchaus das Potenzial, auf einer Euphoriewelle durch diese Zweitliga-Saison zu reiten.
Von Jan Lehmann
30.8.2010
Ein Jahr und ein Tor Vorsprung
Bielefeld. Energie Cottbus geht mit zwei Auftaktsiegen in die Länderspielpause. Mit dem 2:1 (2:0)-Auswärtserfolg bei Arminia Bielefeld behielten die Cottbuser ihre weiße Weste und können schon so kurz nach Saisonbeginn konstatieren: Das junge FCE-Team hat sich weiterentwickelt.
Die Arminia-Fans in der U-Bahn hatten darüber gefachsimpelt, im Bielefelder Stadionheft stand es auch: Energie Cottbus sei doch mit Arminia Bielefeld zu vergleichen, weil beide Teams gerade einen ex tremen Umbruch erleben, so die Meinung in Ostwestfalen. Ein Irrtum. »Wir hatten unseren Umbruch schon in der vergangenen Saison«, betonte Energie-Präsident Ulrich Lepsch nach dem Abpfiff und freute sich über den »idealen Saisonstart« der Lausitzer.
Und der ist offensichtlich tatsächlich auch das Resultat des schmerzhaften Lernprozesses, den Energie und seine Fans in der Vorsaison hatten durchstehen müssen. »Da hätten wir so ein Spiel noch abgegeben«, vermutete Torschütze Nils Petersen. Der Cottbuser hatte eine Kombination abgeschlossen, die über Daniel Adlung und Emil Jula brillant vorgetragen worden war (43.). Trainer Claus-Dieter Wollitz schwärmte von dieser »fantastischen Szene«, die durch das sofort folgende Tor zum 2:0 (45.) noch veredelt wurde. Marco Kurth traf per Fernschuss (45.), Bielefelds Keeper Dennis Eilhoff konnte das Leder nur noch ins eigene Tor lenken.
Die Arminia erinnerte dabei an das Cottbus aus dem Vorjahr: Viel Aufwand, wenig Ertrag. »Wir haben die 35 Minuten beherrscht«, wetterte der Armine Markus Schuler, »dann die zwei Gegentore, und am Ende stehen wir mit leeren Händen da.« Wenn man es genau nimmt, hätte Cottbus mit dem einen Jahr Umbruch-Vorsprung im Rücken sogar noch mehr Tore schießen müssen, »doch wir haben den Sack nicht zugemacht«, sagte Trainer Wollitz. Er musste in der zweiten Hälfte mit ansehen, dass der Cottbuser Entwicklungsprozess trotz des Sieges bei weitem noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden kann. »Wir haben uns einlullen lassen«, sagte Marco Kurth über die Phase, in der Torhüter Thorsten Kirschbaum mehr zu tun bekam, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Beim Elfmeter von Guela (69.) - der Ivorer sah kurz vor Schluss wegen einer Tätlichkeit an Kurth noch Rot - war Kirschbaum machtlos.
»Es ist bezeichnend, dass unser jüngster Spieler diesen Elfer verursacht«, konstatierte Wollitz, der Sündenbock Adam Straith dennoch in Schutz nahm. »Ich könnte morgen einen Innenverteidiger als Neuzugang präsentieren. Die Angebote sind da. Doch Adam ist die Zukunft des Vereins, das würde ihm schaden«, erklärte er.
Wohin es in der kurzfristigen Zukunft des Vereins geht, ist derweil trotz der beiden Auftaktsiege noch nicht klar. Bielefeld war noch kein echter Gratmesser. Die kommen wohl erst nach der Länderspielpause mit Karlsruhe, Aachen und Fürth.
Zum Thema:
Der linke Cottbuser Flügel:
Das, was Takahito Soma und Daniel Adlung in Bielefeld boten, war durchaus sehenswert. Zwar hat die neue Cottbuser Linke noch nicht den Unterhaltungswert des Vorgänger-Duos Angelov/Rivic erreicht. Doch im Gegensatz dazu macht sie den Anschein, dass Soma und Adlung die gezeigte Qualität auch über die gesamte Saison anbieten können.
Der vierte Schiedsrichter: Dirk Wijnen aus Hannover war der Einzige im Stadion, der wortwörtlich im Regen stand. Während sich die Spieler und seine Schiedsrichter-Kollegen wenigstens noch durch Bewegung aufwärmen konnten, musste Wijnen den Sturzregen in der zweiten Halbzeit nahezu regungslos hinnehmen - ohne Schirm, Kapuze oder Mütze. Er hat sicher schon angenehmere Arbeitstage erlebt.
30.8.2010
Kirschbaum cool – Jula überragend
Der FCE in der Einzelbewertung
2 Thorsten Kirschbaum: Spielte mit erstaunlicher Coolness. Reagierte stark gegen Heidinger (55.) und vor Neuville (66.). Beim Elfer machtlos (69.).
3 Kolja Afriyie: Begrenzte diesmal seine Vorstöße, doch meist waren die dann gefährlich. Hinten ohne Probleme.
5 Adam Straith: Immer da, wenn es brenzlig war, allerdings mit Unsicherheiten. Der Elfer geht auf seine Kappe (69.).
2 Markus Brzenska: Sehr sicher und mit Übersicht. Lenkte mit etwas Glück den Ball kurz vor Schluss ans Außennetz (84.).
2 Takahito Soma: Mit viel Tempo über links. Auf seiner Seite herrschte permanent Bewegung.
2 Daniel Adlung: Wirkt als Neuzugang so, als ob er schon länger in dieser Mannschaft spielt. Leitete sehenswert das 1:0-Führungstor (43.) ein.
2 Marco Kurth: Sein letztes Liga-Tor schoss er am 24. September 2006, damals noch für Erzgebirge Aue. Dieses Mal krönte er einen sehr ordentlichen Auftritt mit dem Fernschuss (45.).
2 Marc Andre Kruska: Gewann viele Zweikämpfe, spielte kaum Fehlpässe. Kruskas Formkurve geht weiter nach oben.
3 Rok Kronaveter: Nach starkem Heimspieldebüt in Bielefeld nicht so auffällig. Aber immer für eine Initialzündung gut.
1 Emil Jula: Entwickelt sich vom Stürmer zum Spielmacher. Jeder Angriff lief über ihn, zweimal mit Erfolg.
2 Nils Petersen: Er machte es den Arminia-Verteidigern schwer, war ständig in Bewegung. Petersen stand meistens da, wo ein Torjäger hingehört.
30.8.2010
Wollitz: „Ich will 2011 in der 1. Liga trainieren“
Bielefeld. Zwei Spiele, sechs Punkte, Platz vier in der Tabelle und große Zufriedenheit bei Energie Cottbus: Viele Bundesliga-Trainer treten bei so einer Konstellation gern mal auf die Euphoriebremse. Nicht so Energies Claus-Dieter Wollitz.
Der sagte nach dem Sieg in Bielefeld: »Manche werfen mir vor, ich dämpfe die Erwartungen, um im Erfolgsfall dann noch größer dazustehen. Das stimmt nicht. Nein, ich dämpfe hier nichts. Ich will in die 1. Liga, warum sollte ich da die Euphorie rausnehmen.«
Eine klare Ansage, in deren Zusammenhang der Coach auch noch einmal auf seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag verwies: »Ich will am 1. Juli 2011 am liebsten in der 1. Bundesliga trainieren. Mit jedem Erfolg steigt auch mein Marktwert«, sagt er. Doch bevor der FCE mit Wollitz verlängert - Präsident Lepsch hat Gespräche für die Winterpause angekündigt - stehen andere Personalien an. »Wir schauen, ob wir auf dem Transfermarkt noch etwas machen können. Aber das Gute ist, dass wir das zu unseren Bedingungen machen können«, erklärte Lepsch. Wollitz berichtete unterdessen, dass er ursprünglich den Japaner Kisho Yano als neuen Angreifer hatte vorstellen wollen. Doch Erstligist SC Freiburg schnappte den WM-Teilnehmer weg, nun stehen erneute Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg an. Es geht weiterhin um den Brasilianer Caiuby. Lepsch erklärt die Modalitäten: »Das ist zwar kein Pokern, aber man muss wissen, was man bezahlen will und dann die Nerven behalten.« Wollitz schickte in diesem Zusammenhang gleich noch einen Gruß an VfL-Manager Dieter Hoeneß: »Ich habe ihn im Fernsehen lächeln sehen, als er den Deal mit Diego erfolgreich eingefädelt hat. Jetzt kann er noch einen Deal machen - mit uns. Dann können wir beide lächeln.«
Doch auch ohne Caiuby-Deal fühlt sich der FCE-Coach im Angriff sehr gut aufgestellt: »Was Jula und Petersen dort bieten, ist unglaublich. Die kann man nur sehr schwer stoppen.« Einmal in Fahrt verteilte Wollitz auch gleich noch Sonderlobe für Daniel Adlung und Rok Kronaveter: »Die sind zwölf Tage vor Meisterschaftsstart gekommen und jetzt schon völlig integriert. Und die haben wie alle anderen Spieler langfristige Verträge - Energie Cottbus ist für Jahre hinaus gut aufgestellt.« Euphoriebremsen hören sich gewiss völlig anders an.
30.8.2010
Dritte 0:1-Niederlage der FCE-Amateure
Cottbus. Eine gute halbe Stunde lang konnte die Energie-Reserve am Samstag das Spiel gegen die hoch favorisierten Gäste vom Chemnitzer FC offen halten. Am Ende stand jedoch erneut eine Niederlage zu Buche – für den Aufsteiger ist es das dritte 0:1 im dritten Spiel der neuen Saison in der Regionalliga Nord.
»Es ist bitter: Wir haben erneut gut gespielt und gegen einen Favoriten mitgehalten. Trotzdem stehen wir aber wieder mit leeren Händen da«, sagte FCE-Trainer Detlef Ullrich und ergänzte: »Wir sind zwar eine Ausbildungsmannschaft. Aber Fußball ist nunmal ein ergebnisorientierter Sport. Einige Spieler müssen noch mehr Siegeswillen zeigen.«
Vor 430 Zuschauern im Stadion der Freundschaft konnten sich die Gastgeber vom Gegentreffer durch Ronny Garbuschewski in der 38. Minute nicht mehr erholen. Zumal das Tor des Tages nach einer Vorarbeit des Ex-Cottbusers Matthias Pe ßolat sehenswert war. Daniel Ziebig, der erneut bei den Amateuren Spielpraxis sammelte, hatte sich bei einem Flugball leicht verschätzt, so dass der Schütze frei in Richtung Strafraum zog. Aus 18 Metern Entfernung feuerte Torschütze Garbuschewski den Ball ins lange obere Eck.
Auf Cottbuser Seite kämpften vor allem Robert Zickert, Markus Obernosterer und Patrick Henkel aufopferungsvoll. Trotzdem häuften sich nach dem Seitenwechsel die Möglichkeiten der Gäste. So fischte Torhüter Marvin Gladrow in der 51. Minute einen Volleyschuss von Chris Löwe von der Linie. Zwei Minuten danach traf dann erneut Löwe nur den Pfosten.
Dagegen kamen die Hausherren nur noch zu zwei halbwegs brauchbaren Chancen. Ziebigs Freistoß (73.) segelte an Freund und Feind vorbei. Der eingewechselte Kai Reuer schoss in der 84. Minute am langen Eck vorbei.
Ein durchwachsenes Debüt lieferte Innenverteidiger Majebi Tseke vom VfB Oldenburg ab. Ihm war im ersten Pflichtspiel für Energies Amateure die Auf regung deutlich anzumerken.