Hier findet Ihr eine Zusammenfassung der aktuellen Medienberichte über
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Kaiserslautern. St. Pauli. Bielefeld. Nachdem beim FC Energie dank vier Punkten aus den letzten zwei Spielen etwas Ruhe eingekehrt ist, geht es nun ans Eingemachte. "Jetzt treffen wir auf drei Teams, mit denen wir uns auch in der Tabelle messen wollten. Abwarten, wie wir uns da präsentieren", ist Claus-Dieter Wollitz auf das Auftreten seines bislang unbeständigen Teams gespannt.
Neugierig ist der Coach auch auf eine Antwort von Emil Jula. Der Rumäne (8 Tore) ist vorne gesetzt, bildete erst mit Radu (3), dann mit Kweuke (4), zuletzt mit Petersen (5) das Sturmduo. Eine Szene beim 3:1 gegen Aachen machte Wollitz aber stutzig. Nach einem Kweuke-Fehler winkte Jula ab. "Bei einem anderen hätte er direkt nachgesetzt", ist der Trainer verwundert. "Unsere Stürmer müssen sich besser ergänzen - das sind entscheidende Punkte, ob man in engen Spielen als Sieger vom Platz geht oder eben nicht."
Marcus Lehmann
11.3.2010
Petersens Mondfahrt
Energie-Angreifer nutzt in Cottbus jene Chance, die er in Jena nicht bekommen hat
Mit zwei Toren gegen Aachen hat Energie-Stürmer Nils Petersen erneut auf sich aufmerksam gemacht. Nun liebäugelt das Cottbuser Angriffstalent mit der Spitzenposition in der vereinsinternen Torjägerliste und einem Sieg am Sonntag gegen Kaiserslautern. An diesen Gegner hat er gute Erinnerungen.
Jene Tage im Sommer 2008 in Jena waren für Nils Petersen (Foto: Aswendt) nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Die entrüsteten Fans taten gerade so, als ob der Nachwuchsspieler in bodenloser Selbstüberschätzung behauptet hätte, mit einer selbstgebastelten Rakete zum Mond fliegen zu können. Unschöne Sachen hatte sich der Angreifer anhören müssen. Die Carl-Zeiss-Fans betitelten ihn als „Rotzlöffel“ oder „Blender“. Dabei wollte der Angreifer doch bloß seinen Traum von der Fußball-Bundesliga erfüllen und war dabei zwischen die Transferfronten geraten. Sein Heimatverein und der 1. FC Köln kämpften am Ende sogar vor Gericht um die Dienste des Talents. Der vermeintlich schon abgemachte Wechsel zum Erstligisten platzte, bei den Fans war er unten durch. Fast mochte man damals meinen, dass die Karriere des Jungnationalspielers schon in der Frühphase einen derben Knick abbekommen habe.
Doch in der zarten Frühlingssonne von Cottbus sieht das in diesen Tagen ganz anders aus. Petersen ist bei den Medien ein gefragter Gesprächspartner – weil er quasi das Gesicht des zuletzt erkennbaren leichten Aufschwungs bei Energie ist. Der ist freilich noch so zart wie die besagte Sonne, doch dass Petersen zuletzt in sechs Spielen fünf Zweitliga-Tore für den FCE erzielt hat, lässt sich nicht wegdiskutieren. Schon nach dem wichtigen Ausgleichstor gegen Koblenz, als Petersen nach seiner Einwechslung die gesamte Mannschaft aus dem gemeinschaftlichen Tiefschlaf erweckte, hatte Trainer Claus-Dieter Wollitz angekündigt: „Nils kann jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.“ Eine Äußerung, die beim zu großen Worten neigenden Trainer durchaus mit Vorsicht zu genießen war. Doch Petersen bestätigte Wollitz' Vorhersage.
Um im Bild zu bleiben: Der Blondschopf zündete bei seiner privaten Mondfahrt die zweite Stufe. So beförderte ihn das Fachblatt „Kicker“ ob seiner zwei Tore zuletzt gegen Aachen in die „Elf des Tages“ und auch innerhalb der Mannschaft wächst das Ansehen des 21-Jährigen. So gab es auch kein Murren im Team, als der Mannschaftskassenwart gemeinsam mit Thomas Franke für gestern Abend einen Bowlingabend anordnete. Dabei sind solche Mannschaftsabende nicht bei allen Profis sonderlich beliebt und gerade beim FC Energie war ein solches Treffen in der Vorsaison Auslöser für wochenlange Diskussionen. Etliche Profis hatten den damaligen Bowlingabend kurz nach Beginn gleich wieder verlassen und das Bild einer zerrissenen Söldnertruppe nach außen getragen.
Inzwischen hat die Mannschaft längst ein anderes Gesicht — Petersens ist Paradebeispiel, obwohl er schon in der Rückrunde der Vorsaison dabei war. „Da waren wir mit Alex Bittroff und Marc Zimmermann meist nur drei junge Spieler bei den Profis und haben keine echte Chance bekommen“, erinnert er sich. Dagegen sei es jetzt ganz anders: „Noch nie hatten es junge Spieler so leicht wie in diesem Jahr.“ Deswegen ist die junge Fraktion beim FCE fast schon in der Übermacht, der wollitzsche Umbruch ist in der Altersstruktur deutlich erkennbar.
Dass der nicht ganz schmerzfrei vonstatten geht, liegt auf der Hand. Einige gestandene Profis finden sich plötzlich nämlich auf der Ersatzbank wieder. Beispielsweise Sergiu Radu, der vor Saisonbeginn eine wichtige Rolle in den Cottbuser Offensivplänen einnahm. Inzwischen ist der Rumäne jedoch hinter Petersen, Emil Jula und Leonard Kweuke nur noch Angreifer Nummer vier – alles andere als befriedigend für den ehemaligen Publikumsliebling. Das weiß auch Nils Petersen und ist hin- und hergerissen: „Ich komme mit Sergiu sehr gut klar, es ist im Moment schwer für ihn. Aber ich muss eben auch alles dafür tun, um in der Startelf zu bleiben.“ Dass der neue Hoffnungsträger das Potenzial dazu hat, Radu auch in den Fan-Herzen nachzufolgen, ist offenkundig, denn es scheint, als ob Petersen jenen angeborenen Torriecher besitzt, der auch Radu zu besten Zeiten nachgesagt wurde.
Dass der neue Torjäger jedoch weiter gerade auf die älteren Mitspieler angewiesen ist, hat Petersen schnell kapiert. Immer wieder preist er deshalb seinen Sturmkollegen Jula. „Ohne Emil hätte ich wohl mehr als die Hälfte meiner Tore nicht geschossen.“ Doch die Wertschätzung für den bisher besten Energie-Angreifer hindert Petersen nicht daran, an Julas Acht-Tore-Marke zu kratzen. Der Jung-Profi lässt durchblicken, gern den Kampf um die vereinsinterne Torjägerkanone gewinnen zu wollen.
Zuerst hofft Petersen allerdings auf einen Erfolg am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern (13 Uhr). Auf dem Betzenberg hatte Petersen bereits mit Jena 2008 einen 0:2-Rückstand umgebogen. Einen Treffer bereitete er damals vor, das Siegtor schoss er selbst. Doch nur wenige Monate später wurde Petersens Rakete in Jena von Fans und Funktionären zwangsgestoppt. Das wird ihm eine Warnung bleiben, obwohl in Cottbus sicher niemand etwas dagegen hätte, wenn er bald die dritte Stufe zündet.
Von Jan Lehmann
10.3.2010
Vater Franklin als Vorbild
Leonardo Bittencourt gehört zu den größten Talenten beim FC Energie Cottbus
Bittencourt – dieser Name ist ein Begriff im Lausitzer Fußball. Franklin Bittencourt stürmte für Energie Cottbus in der Bundesliga. Sein Sohn Leonardo Bittencourt dribbelt in der U17-Mannschaft auf den Spuren des berühmten Vaters.
Leonardo Bittencourt trägt bei Energies B-Junioren genau wie U11-Kicker Tim Schloddarick das Vattenfall-Logo auf der Brust – zur Freude von FCE-Präsident Ulrich Lepsch (r.). Der Energiekonzern, hier vertreten durch Vorstandsmitglied Reinhardt Hassa, bleibt weiter Sponsor. Foto: Aswendt
Als der Energie-Konzern Vattenfall am Montag seinen Sponsoring-Vertrag beim FCE vorzeitig um weitere drei Jahre bis 2013 verlängerte, saß Leonardo Bittencourt gemeinsam mit Tim Schloddarick ganz vorn in der ersten Reihe. Beide Nachwuchsmannschaften tragen das Vattenfall-Logo auf der Brust. Während es für Tim Schloddarick noch ein weiter Weg bis in die Profimannschaft ist, hat Leonardo Bittencourt das große Ziel bereits vor Augen. „Natürlich ist es mein Traum, einmal bei den Profis zu spielen“, sagt „Leo“.
Er gehört zu den größten Talenten bei Energie Cottbus. Im November wurde der Offensivspieler erstmals in die deutsche U17-Nationalmannschaft berufen und hinterließ in den beiden Testspielen gegen Rumänien gleich auf Anhieb einen starken Eindruck, obwohl er zu den Jüngsten im Team von Bundestrainer Stefan Böger gehört. „So eine Berufung ist natürlich eine große Motivation“, erzählt Leonardo Bittencourt stolz.
In der U17-Mannschaft des FC Energie gehört er in der B-Junioren-Bundesliga zu den Leistungsträgern. „Leo ist zwar körperlich nicht gerade ein Riese. Aber dank seiner herausragenden fußballerischen Qualitäten hat er es gelernt, sich gegen größere Gegenspieler durchzusetzen“, betont B-Junioren-Trainer Michael Braun. Stark im Dribbling, torgefährlich und sprintstark – so beschreibt Braun die Stärken seines Schützlings. „Und er ist unheimlich ehrgeizig, möchte immer gewinnen. Manchmal will er sogar zu viel“, berichtet der Coach.
Dieser absolute Ehrgeiz war auch das Markenzeichen von Franklin Bittencourt, der von 1998 bis 2004 das Energie-Trikot trug und anschließend als Nachwuchs-Scout und Co-Trainer arbeitete. In Erinnerung sind den Fans aber nicht nur die Tore des kleinen Brasilianers, sondern auch dessen unnachahmliche Fähigkeit, das Publikum zu animieren. Wenn Franklin Bittencourt mit rudernden Armen vor der Tribüne stand – das war Kult im Stadion der Freundschaft. Leonardo Bittencourt hat solche Momente als kleiner Junge miterlebt. Wenn er auf seinen berühmten Vater angesprochen wird, muss er lächeln. „Ich habe gelernt, damit umzugehen, dass mein Vater hier ein bekannter Spieler war. Manchmal war es nicht ganz einfach, in anderen Situationen hat es mir vielleicht sogar geholfen.“
Ob auch Leonardo Bittencourt mal mit rudernden Armen vor der Tribüne im Stadion der Freundschaft stehen wird? Wer weiß. „Vom Typ her sind wir uns eigentlich sehr ähnlich“, erzählt der Sohn über die Vorbildwirkung seines berühmten Vaters.
Von Frank Noack
9.3.2010
Besserung?
Bolles Blick
Am vergangenen Samstag gewann Energie zum ersten Mal seit November wieder zu Hause und spielte dabei sogar halbwegs ansehnlich. Trotzdem will man der plötzlichen Entschlossenheit unserer Kicker noch nicht ganz trauen. Denn im Fußball läuft es wie im wahren Leben: Es muss immer erst richtig knallen, bevor man sich zusammenreißt. Nach der Aussprache der Fans mit Trainer Wollitz war klar, dass sich die Truppe gegen Aachen kein saftloses Gegurke leisten konnte. Wenn mir meine Waltraud wegen zu viel Bier und Weiberei eine schrille Standpauke hält, schleiche ich auch erstmal ein paar Tage auf Zehenspitzen. Später läuft aber meistens doch alles im alten Trott weiter.
Die Frage ist, ob die Kerle inzwischen kapiert haben, worum es in den kommenden Wochen für sie geht. Wder Trainer noch Fans wollen sich nämlich nächste Saison mit den gleichen Problemen wie jetzt rumschlagen. Deshalb entscheiden die restlichen neun Spiele darüber, wer in Cottbus überhaupt noch eine Zukunft hat. Da ist es ganz praktisch, dass wir am Sonntag gleich beim Tabellenführer in Kaiserslautern ranmüssen.
Euer Erich Bollermann
9.3.2010
Vattenfall verlängert Sponsorvertrag
Der Energiekonzern Vattenfall hat am Montag den Sponsorvertrag mit Energie Cottbus bis zum Jahr 2013 verlängert. "Mit Hauptsponsor Penny, Ausrüster umbro und nun Premiumsponsor Vattenfall haben wir zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Eckpfeiler für die kommende Saison 2010/2011 aufgestellt", erklärte Energie-Präsident Ulrich Lepsch. Vattenfall unterstützt den Club seit der Saison 2002/2003. "Wir wollen weiter ein treuer Partner sein und stehen auch in schweren Zeiten zu Energie", sagte Vorstandschef Reinhardt Hassa bei der Vertragsunterzeichnung im Stadion.
9.3.2010
Angelovs Anekdoten
Wie wichtig er für Energie Cottbus sein kann, das hat Stanislav Angelov am Samstag beim Heimsieg gegen Alemannia Aachen bewiesen. Die Leistung des bulgarischen Nationalkickers hing in der Vergangenheit oft von seiner Spiellaune auf dem Rasen ab. Auch für die Zukunft wirft der Zusammenhang Fragen auf.
Genau genommen wurde das Spiel zwischen Energie und Aachen bereits am Vortag beim Abendbrot entschieden. Davon jedenfalls ist Trainer Claus-Dieter Wollitz fest überzeugt. „Da hatte der Stani richtig gute Laune. Er hat Anekdoten von der Nationalmannschaft erzählt und damit das ganze Team unterhalten“, berichtet Wollitz und kommt zu dem Schluss: „Da war mir klar, dass der Stani am Samstag ein klasse Spiel macht.“ Eine Woche zuvor sah die Sache ganz anders aus. Da stand Stanislav Angelov im Spiel beim FSV Frankfurt nicht in der Startformation, wurde erst spät eingewechselt und stürmte nach dem Schlusspfiff sofort in die Kabine. Lust, Anekdoten zu erzählen, hatte er in diesem Moment nicht.
Diese Episode zeigt, wie schnell die Stimmung bei dem 32-jährigen Routinier aus Bulgarien wechseln kann – und damit auch seine Leistung auf dem Platz. Wenn Angelov vor Spielfreude sprüht, gehört er dank seiner Technik und Übersicht zweifellos zu den besten Fußballern der 2. Bundesliga. Wenn nicht, dann sieht es wie Dienst nach Vorschrift aus. Dann siegen die Selbstzweifel gegenüber der Kreativität.
Wie hält man den sensiblen Bulgaren also bei Laune? FCE-Trainer Wollitz hat Angelov von Anfang an viele Freiheiten gegeben („Ich habe ihn wie einen Star behandelt“). Doch Wollitz betont auch immer wieder, dass dies ein Geben und Nehmen sei. Zuletzt hat Angelov zu wenig zurückgegeben und sich deshalb beim Frankfurt-Spiel eine kräftige Standpauke des Coaches eingehandelt, der ihn erstmals öffentlich kritisierte. Angelovs Reaktion war vorbildlich. Gegen Aachen bot er eine seiner besten Leistungen in dieser Saison und gab auf dem Rasen, aber auch in der Kabine den Leitwolf. „Stani kann die Laune innerhalb des Teams entscheidend beeinflussen. Wenn er gut drauf ist und auch mal seine Mitspieler lobt, hat das ein großes Gewicht“, sagt Wollitz.
Angesichts der großen Bedeutung des Bulgaren stellt sich auch die Frage, auf welcher Position er dem Team am besten helfen kann. Bisher glaubten viele, dass Angelov vom Mittelfeld aus, den größten Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Gegen Aachen bewies er jedoch, dass man selbst als linker Verteidiger die Fäden ziehen und tolle Pässe in die Spitzen spielen kann. Diese Flexibilität ist Angelovs Stärke. „Er besitzt so viel Qualität – selbst wenn er einen schlechten Tag erwischt, ist das immer noch ganz ordentlich“, sagt Wollitz. Auch in Cottbus kam Angelov bis auf Torwart und Angriff schon auf nahezu sämtlichen Positionen zum Einsatz.
Aber wie lange noch? Nach der Saison läuft der Vertrag des Bulgaren aus. Mit 32 Jahren hat er möglicherweise noch einen großen Vertrag vor sich. Ein Vertrag, bei dem es dem Vernehmen nach sportlich und wirtschaftlich passen muss. Im November gab es zwar ein erstes Sondierungsgespräch, aber es bleibt fraglich, ob Energie diese Erwartungen erfüllen kann und vor allem auch will.
Energie Cottbus muss einige Wochen auf Mittelfeldspieler Roger verzichten. Der Brasilianer erlitt beim Sieg gegen Aachen einen Mittelfußbruch und muss sich einer OP unterziehen.
Gewinnspiel
Zweitligist Energie Cottbus muss in den kommenden Wochen auf Mittelfeldspieler Roger verzichten. Der 24-jährige Brasilianer erlitt beim 3:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen am vergangenen Samstag einen Bruch des rechten Mittelfußes und muss operiert werden. Wie lange Roger ausfallen wird, steht noch nicht fest.
Während Roger am Sonntag beim Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern (13.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) definitiv fehlen wird, ist der Einsatz von Ovidiu Burca fraglich. Der Abwehrspieler erlitt gegen Aachen eine Bänderdehnung am linken Schultereckgelenk.
9.3.2010
FCE-Profi Roger fällt mit Mittelfußbruch mehrere Wochen aus
Cottbus. Energie Cottbus muss in der 2. Bundesliga mehrere Wochen auf Mittelfeldspieler Roger verzichten.
Der Brasilianer zog sich am Samstag beim 3:1-Sieg gegen Alemannia Aachen einen Bruch des rechten Mittelfußes zu und muss sich einem operativen Eingriff unterziehen. Wie lange Roger ausfällt, steht nach Vereinsangaben noch nicht fest.
Kapitän Ovidiu Burca erlitt am Sonnabend eine Bänderdehnung am linken Schultereckgelenk. Er hofft allerdings auf seinen Einsatz am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern. Weiterhin pausieren muss Sascha Dum (Fleischwunde am Schienbein).
8.3.2010
Energie für Energie
Vattenfall verlängert Sponsorvertrag mit Fußball-Zweitligist Cottbus
Cottbus - Der Stromerzeuger Vattenfall verlängert seinen laufenden Sponsorvertrag mit dem Fußball-Zweitligisten FC Energie Cottbus um drei Jahre bis 2013. Das teilte der Verein heute mit. Drei Monate vor dem Auslaufen des Vertrages wurde der neue Kontrakt unterschrieben. Über die Höhe der finanziellen Förderung ist
beiderseitiges Stillschweigen vereinbart worden.
„Mit Hauptsponsor Penny, Ausrüster umbro und nun Premiumsponsor Vattenfall haben wir zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Eckpfeiler für die kommende Saison 2010/2011 aufgestellt”, erklärte Energie-Präsident Ulrich Lepsch. dpa
8.3.2010
Das Lachen der Holzaugen
Endlich wieder ein Heimsieg! Energie Cottbus hat mit dem 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Alemannia Aachen einen Schritt aus der Krise gemacht und sich Luft im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga verschafft. Die wichtigste Erkenntnis des Spiels könnte mehr wert sein als drei Punkte: Die Mannschaft hat bewiesen, was alles möglich ist, wenn sie auch als Mannschaft auftritt.
Vor dem Anpfiff hatten die Aachener auf der vereinseigenen Homepage allerlei statistische Grausamkeiten über den FCE zusammengetragen. Zum Beispiel, dass Energie keines der letzten vier Heimspiele gewonnen hat – „gleichbedeutend mit der Einstellung des Vereinsrekordes“. Dass Energie zum gleichen Zeitpunkt einer Zweitliga-Saison nur einmal „noch schlechter als aktuell“ platziert gewesen sei – nämlich in der Saison 1998/99 mit Rang 14 und 22 Punkten. Und dass Energie eines der zweikampfschwächsten Teams der Liga ist. „Cottbus liegt mit knapp 48 Prozent auf dem vorletzten Rang.“ Fairerweise muss an dieser Stelle gesagt werden, dass auf der Homepage auch nicht verschwiegen wurde, wer das zweikampfschwächste Team der Liga ist: Alemannia Aachen.
Mit all diesen Zahlen war vor dem Anpfiff eigentlich das Wichtigste gesagt zu diesem Duell der Ex-Bundesligisten. Beide Clubs steckten in der Bredouille, weil sie oft hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Nach dem Abspiff bleibt festzuhalten: Zumindest bei Energie hat sich dank des ersten Heimdreiers seit Ende November die Stimmung verbessert. Die FCE-Fans unter den 7381 Zuschauern im Stadion der Freundschaft ließen am Samstag sogar wieder mal die La ola-Welle rollen, Trainer Claus-Dieter Wollitz ballte nach den drei Treffern durch Nils Petersen (36./42. Minute) sowie Stiven Rivic (58.) an der Seitenlinie immer wieder die Siegerfaust. Auch die Spieler verließen wieder mal mit einem Lächeln im Gesicht das Stadion. Kurzum: Die Erleichterung war am Samstag überall zu sehen. „Ich hoffe, dieser Sieg gibt uns etwas mehr Sicherheit und Gelassenheit“, fasste Wollitz gut gelaunt seine Bilanz dieser 90 Minuten gegen jedoch schwache Aachener zusammen.
Während Cottbus dank des Sieges an der Alemannia vorbeizog und jetzt einigermaßen beruhigende acht Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16 hat, ist die Lage für die Gäste noch ein Stück prekärer geworden. „Wir müssen gewaltig aufpassen, dass wir nicht in einen Strudel geraten“, warnte Aachens Trainer Michael Krüger unaufgeregt, aber sehr deutlich. Er schaute dabei nachdenklich durch seine Brille und mahnte: „Holzauge, sei wachsam!“
Auch beim FCE herrschte zuletzt Holzaugen-Alarm. Doch das Team hat sich vorerst aus dieser Krise befreit. Es war zwar kein glanzvoller Sieg, auch wenn die Tore allesamt schön herausgespielt und darüber hinaus weitere gelungene Spielzüge zu sehen waren. Aber es war ein Sieg der Moral, was für die ob ihrer lethargischen Spielweise kritisierte Mannschaft eine Genugtuung darstellte. „Wir wollten unbedingt drei Punkte holen und haben das geschafft“, sagte Markus Brzenska.
Neben der Genugtuung über den gelungenen Heimauftritt nehmen die Spieler hoffentlich auch die Erkenntnis mit, was mit mannschaftlicher Geschlossenheit alles möglich ist. Wollitz fasste diese Hoffnung unter dem Stichwort „gruppendynamischer Prozess“ zusammen. „Man hatte das Gefühl, da steht eine Mannschaft auf dem Rasen. Einer war für den anderen da und auch bereit, Fehler auszubügeln“, lobt der Coach. Das war schließlich in der Vergangenheit „nicht immer so“. Exemplarisch zeigte sich das am Auftritt des Brasilianers Roger. Obwohl sich der Mittelfeldmann 90 Minuten lang mühte, wirkte das Spiel manchmal zu schnell für ihn, so dass sich Trainer Wollitz zu einer überraschend deutlichen Kritik an der Handlungsschnelligkeit des Brasilianers veranlasst sah („Ich weiß nicht, wie lange wir das noch laufen lassen können“). Diese Mängel machten diesmal jedoch andere wett. Vor allem Rivic, Jiayi Shao und Stanislav Angelov waren für die kreativen Momente zuständig. Zum Beispiel, den wunderbaren Heber von Shao auf Petersen vor dem 1:0. Oder den im richtigen Moment gespielten Pass von Angelov zu Rivic auf dem Weg zum 3:1-Endstand.
Ohnehin gehörte Angelov am Samstag zu den herausragenden Akteuren auf dem Rasen. Der Bulgare bewies, dass er selbst als linker Verteidiger der Partie den Stempel aufdrücken kann – wenn er denn in der ent sprechenden Spiellaune ist. Gegen Aachen war Angelov in prächtiger Spiellaune. Auch deshalb kam die Mannschaft diesmal durch den Gegentreffer von Aimen Demai (53. Minute) nicht in Bedrängnis. „Ich habe danach kaum eine Verun sicherung gesehen“, registrierte Wollitz zufrieden. Es besteht also wieder einmal die Hoffnung, dass Energie nun endlich dauerhaft die Kurve kriegt. „Aber“, warnte Wolitz, „diese Hoffnung hatten wir schon oft.“
Auch hier gilt also das Motto: Holzauge, sei wachsam! Damit das Lächeln vom Samstag noch möglichst lange anhält.