Wenn von den jungen Spielern im Team des FC Energie Cottbus die Rede ist, fällt der Name Adam Straith nur selten. Dabei ist der kanadische Nationalspieler erst 19 Jahre alt. Aber er wirkt reif und souverän.
Adam, im Testspiel gegen Oldenburg hast auch Du gewackelt, bisher wirktest Du stets sehr souverän. Wart Ihr so müde?Die Müdigkeit darf kein Argument sein. Wir haben nicht die richtige Einstellung gefunden, waren nicht hungrig genug. Das war die schwächste Leistung, seit ich in dieser Mannschaft bin.
Trotzdem bist Du in der Vorbereitung auf einem guten Weg, die positiven Eindrücke der vergangenen Saison mit 23 Spielen in der 2. Bundesliga zu bestätigen. Woher kommt diese Reife?Ich habe viel von den erfahrenen Spielern in der Mannschaft gelernt, schaue mir so oft es geht etwas ab, will mich weiter entwickeln und bin noch längst nicht fertig. Mein Ziel ist es, ein Vorbild für die Cottbuser Nachwuchsspieler zu sein. Denn man kann es schaffen, wenn man hart arbeitet.
Derzeit sieht es danach aus, als würdest Du mit Uwe Hünemeier um einen Platz in der Startformation kämpfen.
Ja, Konkurrenzkampf gehört dazu und bringt uns als Mannschaft voran. Es ist wichtig, dass viele Positionen doppelt besetzt sind. Der Kampf um die Plätze geht aber fair und respektvoll vonstatten.
Du hast im Mai Dein Debüt in der Nationalmannschaft Kanadas gefeiert. In Argentinien vor fast 70.000 Zuschauern. Wie war das für Dich?Wahnsinn. Ein unglaubliches Erlebnis. Ich wurde in der 80. Minute eingewechselt, Argentinien hatte gerade einen Eckball und ich orientierte mich an meinem Gegenspieler. Es war Sergiu Aguero. Und ich dachte: Wow, diesen Star muss ich jetzt decken. Die Albiceleste hat uns übrigens eine Lektion Fußballschule erteilt.
Dein Zimmerpartner im Trainingslager ist Torhüter Julien Latendresse, Dein Landsmann. Er hinterlässt einen sehr guten Eindruck, kam aus der Cottbuser A-Jugend und scheint genauso fokussiert zu trainieren wie Du. Ist das Eure Mentalität? Wir jungen Spieler aus dem Ausland wissen: Es gibt keine Geschenke. Und Chancen, die wir bekommen, müssen und wollen wir unbedingt nutzen. Ich kenne Julien seit vier Jahren, wir haben gemeinsam in der kanadischen U 17 gespielt. Und ich bin sicher: Er hat eine große Zukunft vor sich.