
Trainingseinheit in Deutsch - Hier klicken!
Für gleich zehn Energie-Profis ist der Trainingstag erst kurz vor zehn am Abend zu Ende. Seit gestern hat der Trainerstab des FC Energie auch einen Sprachcoach. Die Trainingseinheit von Birgit Kirschke beginnt täglich um 20 Uhr.
Petrik Sander lässt keine Zeit vergehen. Noch im Trainingslager in Sommerfeld schiebt der Coach die wichtige Einheit „Deutsch“ in seinen Trainingsplan. Trotz aller Anstrengungen müssen gleich zehn ausländische Rot-Weiße jeden Abend auf die Schulbank. Birgit Kirschke wurde deshalb gestern als Sprach-Coach vorgestellt und legte gleich los. „Wir lernen Alltags- und Fußball-Sprache“, erklärte die erfahrene Lehrerin der Lausitzer Sportschule in bestem Englisch ihren neuen „Schülern“, die zum Teil zum ersten Mal die ersten Wörter deutsch sprechen mussten.
Die Herausforderung für die Vokabel-Trainerin: Das unterschiedliche Ausgangsniveau. Nicht unterfordern, aber auch keine Angst vor der schweren deutschen Sprache machen. Während Dennis Sörensen aus seiner Schulzeit schon ganz passabel deutsch spricht, formten Christian Bassila und Stathis Aloneftis gestern zum ersten Mal mit Lippen und Zunge deutsche Wörter und staunten nicht schlecht, wie viele Muskeln ihr Gesicht hat.
Neben den Neuzugängen setzt Petrik Sander jedoch auch „Etablierte“ in die Trainingseinheit „Deutsch“. Die polnischen Youngster Lukasz Kanik und Przemek Trytko büffeln ebenso neue Wörter wie Mario Cvitanovic und Igor Mitreski. „Wir fangen mit den ganz einfachen Dingen an. Wie heißt du oder wie alt bist du, sind unsere ersten Fragen, auf die wir auch die Antworten geben“, erklärt Birgit Kirschke und teilt ihre täglichen Trainingseinheiten stets in zwei Teile. Neben deutsch für den Alltag lernen die Profis vor allem auch Fußball-Begriffe. So müssen sie bis zum Dienstag zwanzig Fußball-Vokabeln auswendig lernen.
Auch außerhalb der Unterrichtsstunden sorgt die Deutsch-Einheit für viel Spaß. Sogar während des Trainings lässt Petrik Sander seine Deutsch-Schüler ab und an zählen oder ihr Alter nennen. Viel Gelegenheit hatten die Energie-Profis dazu am Dienstag jedoch nicht. Bei Sprint-Tests mit der Lichtschranke über 10 und 30 Meter kamen die Rot-Weißen aus der Puste. Zum Glück hat die Hitze merklich nachgelassen und so war Fitness-Coach Dirk Keller mit den Werten durchaus zufrieden. Weitere Erkenntnis: Waren Tomislav Pipica und Steffen Baumgart in der letzten Saison die Schnellsten im Team, so bekommen sie jetzt harte Konkurrenz durch die ebenfalls pfeilschnellen Stathis Aloneftis und Dimitar Rangelov. Auch Stiven Rivic hat kräftig aufgeholt und unterstreicht damit weiter, dass er zum Sprung in den 18er Kader ansetzt.
Etwas kürzer treten müssen dagegen gleich vier Rot-Weiße. Bei den Sprints zerrte sich Dennis Sörensen leicht die Bauchmuskulatur, der schnelle Stanislav Angelov klagt über ein Ziehen im Oberschenkel und Gerhard Tremmel sowie Michael Lerchl haben Schmerzen im Sprunggelenk. Für die Spielformen am Nachmittag verzichtet Petrik Sander so vorsichtshalber auf die Angeschlagenen. Für den Test am Mittwoch gegen Zehdenick sollen sie jedoch wieder fit sein.