22. Juli 2012 - 19:50

Mit Schmerzen zum Gipfel

Die "Wanderung" am Sonntag verlangte den FCE-Spielern alles ab

Die "Wanderung" zum Abschluss des Trainingslagers in Seefeld verlangte noch einmal alles ab. Sowohl der Muskulatur als auch dem Willen.

Als sich die Spieler des FC Energie Cottbus am Sonntagnachmittag vor dem Hotel zu einem gemeinsamen "Spaziergang" trafen, ahnte wohl noch niemand, dass die anstrengendste Einheit der vergangenen sieben Tage vor dem Team liegt. Auch die Aufforderung, Wechselshirts in den Transporter zu verfrachten, entlockte den FCE-Jungs wohl nur ein mildes Lächeln. Was dann jedoch folgte, war Strapaze pur.

An der Talstation nahmen die Rot-Weißen nämlich nicht etwa die Gondel in Richtung Gipfel des Skigebietes, sondern die Fußweg. Angeführt von einem ortsansässigen Guide und in Gruppen nach Leistungsfähigkeit eingeteilt, machten sich die Spieler auf den Marsch gen höchstem Punkt - der lag bei 2080 Meter Höhe. Trainer Rudi Bommer appellierte an seine Spieler, diesen Aufstieg auch als teambildende Maßnahme zu nutzen, den Nebenmann zu motivieren, sich gegenseitig zu helfen.

Da ein Anstieg wie in Seefeld wohl eher nicht zum Erfahrungsschatz der meisten Energie-Profis zählt, machte sich der eine oder andere wohl doch etwas zu euphorisch auf den Marsch. Bereits nach wenigen hundert Metern war allerdings klar: Das wird eine Tortur. Der Gipfel war zwar meist am Horizont zu erkennen, er rückte aber irgendwie nicht näher. Auf kiesigen, steilen Pfaden quälten sich die FCE-Kicker in hohem Tempo vorwärts. Die letzten Serpentinen legte dann doch jeder allein zurück. Mit zitternder Muskulatur und angetrieben durch den Willen, es zu schaffen. Die Gruppe um Dennis Sörensen, Clemens Fandrich und Daniel Ziebig erreichte nach 55 Minuten in toller Zeit den Gipfel, wenig später folgten die beklatschten Mitspieler. Als alle auf 2080 Metern angekommen waren, ließen die wandernden Fußballer ihrer Freude mit kollektivem Gesang freien Lauf.

Trainer Rudi Bommer verfolgte die Quälerei seiner Jungs von der Terrasse einer Baude unterhalb des Gipfels und nahm die Mannschaft dort nach ebenso beschwerlichem Abstieg in Empfang. Lohn für die Tortur war dann die herrliche Aussicht, erfrischende Brause und Gegrilltes als Ersatzabendbrot. Diese vorletzte Einheit in Seefeld wird wohl kein FCE-Kicker vergessen.