23. Februar 2016 - 16:30

Cottbuser "Gen" gefragt

Ralf Lempke über seine neue Rolle im Umgang mit der Mannschaft

Er war viele Jahre Kapitän bei Energie Cottbus, hat unzählige Schlachten geschlagen und war stets kämpferisches Vorbild. Ralf Lempke schlüpft nun in die Rolle des Teammanagers und wird nah an der Mannschaft sein. Der Marketingleiter und einstige Manager spricht über seine Aufgaben in der Schlussphase der Saison 2015/2016.

Ralf Lempke, was macht man als Teammanager?

Der Begriff ist möglicherweise trügerisch und spielt auch überhaupt keine Rolle. Die Bezeichnung haben wir vor allem für die Öffentlichkeit gewählt, weil wir das „Kind“ irgendwie beim Namen nennen müssen auf Nachfrage. Entscheidend sind die Inhalte. Präsidium, Geschäftsführung und Cheftrainer haben erkannt, dass es rund um die Führung und Begleitung der Mannschaft ein Vakuum gibt in Sachen Kommunikation und Identifikation. Es geht darum, den Spielern etwas vom Cottbuser „Gen“  weiterzugeben, an ihre Stärken zu appellieren, den Teamgeist zu fördern. Also Tugenden zu vermitteln, die Energie immer ausgezeichnet haben. Wir müssen und wollen uns auf das Wesentliche konzentrieren, auf das hier und jetzt. Und auf das nächste Spiel. Ohne Angst, sondern mit Haut und Haaren.

Sprechen Sie noch die Sprache der Spieler?

Fußballer brauchen keine theoretischen Weisheiten, keine Alibistatements. Das ist seit jeher so und hat sich über Generationen nicht verändert bei allem technischen Fortschritt vom Pulsmesser bis zur Videoanalyse. Wer wirklich Profi ist, der kommt mit Tacheles klar. Das kann auch mal unangenehm sein, daraus sollte aber jeder gestärkt hervorgehen. Und wenn sich jemand an der Ehre gepackt fühlt und es dem „Alten“ zeigen will – umso besser. Mit Mimosen werden wir die aktuelle Situation jedenfalls nicht lösen. 

Was konkret können Sie bei der Mannschaft erreichen?

Wir wollen weder irgend etwas verkomplizieren noch das Rad neu erfinden. Die Jungs sollen Freude am Fußball haben, bei allem Druck muss es Spaß machen in dieses Stadion einzulaufen. Dann werden die Ärmel hochgekrempelt und die Zweikämpfe gewonnen. Darüber kann sich jeder einzelne definieren, Sicherheit holen, die Fans hinter sich bringen und dann auch seine fußballerischen Stärken einbringen. Die Mannschaft hat gezeigt,  dass sie das kann. Wir haben echte Waffen, die müssen wir einsetzen und nicht mit Platzpatronen schießen.