Angriff mit vier Ringen
Der Auftaktgegner des FC Energie Cottbus hat große Pläne. Mit Audi im Rücken greift der Verein in der 2. Bundesliga an. Die Konkurrenz registriert das.
Bei einer Umfrage unter den Trainer der 2. Bundesliga nach den Favoriten im Aufstiegskampf 2012/2013 wird überraschend regelmäßig auch der FC ingolstadt erwähnt. Auch von Energie-Coach Rudi Bommer. Das ist nicht etwa eine strategische Aussage, um Druck von seinem FCE-Team zu nehmen vor dem Aufeinandertreffen am ersten Spieltag. Sondern realistische Einschätzung jüngster Entwicklungen.
Denn die "Schanzer" verfügen stets über frisches Geld - und investieren es. Seit sechs Jahren ist Audi Trikotsponsor, beteiligte sich mit fünf Millionen Euro am Bau des 2010 fertiggestellten Audi-Sportparks und deckt mit seinen Investitionen mehr als ein Drittel des Sieben-Millionen-Euro-Etats ab, wie das Hamburger Abendblatt schreibt. Der Automobilhersteller verfolgt einen ambitionierten Plan. "Die Audi AG peilt mit dem FC Ingolstadt den Aufstieg in die Bundesliga spätestens im Jahr 2014 an. Dieses Ziel muss ich einfach ausgeben", sagte Martin Wagener, Leiter der Audi-Rechtsabteilung und Aufsichtsratsmitglied beim FCI, bereits im vergangenen Jahr, "Mittelfeld der Zweiten Bundesliga ist nicht der Anspruch von Audi. Wenn wir die Bundesliga erst 2015 erreichen, würde ich mich aber auch noch sehr freuen."
Sponsor Audi kommt die neue Aufmerksamkeit auch unter den Trainern der 2. Bundesliga nicht ungelegen. Nicht zuletzt die Neuzugänge sorgen für Aufhorchen. Mit Eigler und da Costa, aber auch Herthas Abwehrchef Andre Mijatovic hat die ohnehin schon gut besetzte Mannschaft an Qualität gewonnen. "In diesem Jahr können wir ein bisschen was erwarten", glaubt Audi-Produktionsvorstand Frank Dreves vor dem Auftakt gegen den FC Energie am Freitag. Das Unternehmen will zukünftig mehr Einfluss auf die Vereinspolitik nehmen. "Wenn man ohnehin einen Großteil des Etats zur Verfügung stellt, ist es legitim, darüber nachzudenken, ob man seinen Einfluss nicht vergrößert", findet Wagener. Als Werksclub können sich die Ingolstädter trotz des Automobil-Einflusses noch nicht bezeichnen. Dies wäre erst nach 20 Jahren der Fall.



